Pokern. Weit mehr als ein Glücksspiel. Wenn die Karten verteilt sind, spielt das Glück keine Rolle mehr – dann kommt es nur noch auf Nerven wie Drahtseile und ein Händchen für knallharte Bluffs an. Was heißt „Händchen“ – eher auf das richtige Gesicht, gerne auch Pokerface genannt. Sonnenbrillen sollen dabei die Augen verdecken, Schals den heftigen Stresspuls vertuschen. Man braucht eisenharte Nerven, um die dauernde Kommunikation, die unserer Körper mit unseren Mitmenschen betreibt, komplett abzuschalten oder in eine falsche Richtung zu lenken.

Der Kerl aus unserem Video ist ein Meister des Bluffs. Er vernichtet seinen Opponenten nach 20 Stunden Dauerpoker mit einem wirklich miserablen Blatt – nicht, dass der ein besseres auf der Hand gehabt hätte, schließlich hantieren beide Spieler nur mit Paaren. Qui Nguyen (der Herr mit der Mütze und der Sonnenbrille) spielte im Finale der „World Series of Poker“ gegen seinen einzig verbliebenen Opponenten, Gordon Vayo und ließ sich zu keiner Sekunden … ähem … in die Karten sehen.

Beide Herren hatten wie erwähnt lediglich Karten auf der Hand, die eines Finales in einem der bedeutendsten Pokerturniere der Welt eher unwürdig sind. Dennoch – oder gerade deswegen – ist es höchst beeindruckend, dabei zuzusehen, wie Nguyen komplett ungerührt und kalt wie ein Block Packeis bleibt. Bei einem Topf wohlgemerkt, der satte 8 Millionen Dollar Finalsumme umfasst.