Die Geschichte der Roten Karte ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Nachdem es bei der Fußball-WM 1966 während eines Spieles zwischen Argentinien und England zu turbulenten Szenen kam, die nicht zuletzt darauf zurückzuführen waren, dass ein Spieler der argentinischen Mannschaft den vom Schiedsrichter ausgesprochenen Platzverweis nicht verstand – oder nicht verstehen wollte – beschloss man, angelehnt an die international gültigen Verkehrsampeln, gelbe und rote Karten einzuführen.

Bei der WM 1970 wurde diese neue Regelung dann offiziell gültig, auch wenn seinerzeit nicht eine einzige rote Karte fällig wurde. Am 14. Juni 1974 sah dann schließlich der Chilene Carlos Caszely zum ersten Mal rot, als dieser im Vorrundenspiel Deutschland gegen Chile ein Revanchefoul am guten alten Berti Vogts ausübte. Chile verlor das Spiel schließlich mit 0:1, Caszley wurde für das Spiel gegen die DDR gesperrt.

Seither gab es viele weitere rote Karten. Und obwohl die Regelungen für ihren Einsatz ziemlich klar definiert sind, kommt es immer wieder zu hitzigen Debatten über die Recht- und Verhältnismäßigkeit eines derart ausgesprochenen Platzverweises. Manchmal jedoch ist die Situation so glasklar, dass selbst den glühendsten Anhängern der abgestraften Spieler jedwede argumentative Grundlage „mit einen Schlag“ entzogen wird.

Die folgende Situation ist quasi das Mutterschiff der Paradebeispiele. Zwar fand dieses … wir nennen es der Einfachheit halber mal „Foul“, nicht auf dem Fußballplatz, sondern im Zuge eines Rugby-Spieles statt, aber selbst für die dabei traditionell rüden Verhältnisse, ist die Attacke des gebürtigen Walisers Ben Flowers gegen den Spieler der Gegenmannschaft Lance Hohaia ungewöhnlich heftig. Aber urteilt am besten selbst…