Völkerball! Wer erinnert sich nicht mit Freuden an das allseits beliebte Spiel aus dem Sportunterricht, bei dem man sich endlich mal absichtlich Bälle an die Rüben werfen durfte, ohne deshalb zur Strafe auf die Bank zu müssen? Vermutlich all diejenigen, die eher zu den Bauernopfern dieses Spieles gehört haben, und als bewegliche Zielscheibe eine ebenso armselige Figur gemacht haben wie beim Werfen. Während wir nach unserer Schulzeit generell kaum noch etwas mit diesem Ballspiel zu tun haben, erfreut es sich in den USA und England einer großen Beliebtheit. Dort heißt die Nummer „Dodgeball“ und läuft nach etwas anderen Regeln ab.

Beiden Varianten gemein ist, dass zunächst zwei Teams gebildet und die Spieler auf den zwei Spielfeldhälften verteilt werden. Beim Dogeball gibt es abseits der „Prisonball“ oder „Crossfire“ genannten Spielvarianten allerdings normalerweise kein Außenfeld, in das getroffene Spieler aktiv wechseln. Hinzu kommt, dass es beim Dodgeball keine Begrenzung auf nur einen Ball gibt. Üblicherweise kommen drei Bälle zum Einsatz, die zu Spielbeginn auf der Mittellinie liegen.

Nach dem Anpfiff rennen die am Ende des Feldes aufgestellten Spieler los, und versuchen sich die Bälle zu schnappen. Nach dem darauffolgenden zweiten Pfiff darf schließlich geworfen werden. Nun gilt es, die gegnerischen Spieler abzuschießen, den Bällen auszuweichen oder diese zu fangen. Gelingt es einem, einen Ball zu fangen, oder durch einen Ball in der Hand zu blocken, kann man den Werfer aus dem Feld befördern und einen Teamkameraden wieder ins Spiel holen. Wer raus ist, stellt sich der Reihe nach am Spielrand auf, wer am längsten draußen war, darf als erster wieder ins Spiel.

Die Mannschaftsgröße schwankt zwischen 6–12 Spielern. Außer natürlich, man wagt sich an einen Rekordversuch, wie die Mitarbeiter und Studenten der University of Alberta, und lässt dazu satte 1.200 Spieler gegeneinander antreten. Kein Wunder also, dass die Bilder zunächst wirken, als führten zwei Ameisenstaaten einen erbitterten Krieg.