Gestern gingen die Olympischen Winterspiele in Sotschi zu Ende. Und aus deutscher Sicht muss man nicht weiter drüber reden nach dem insgesamt schlechten Abschneiden. Darüber hinaus sind es immer wieder die Geschichten neben Großveranstaltungen wie Olympia, die bewegen und auf die man schauen sollte.

So geschehen in Sotschi, wo klammheimlich die Asche der verstorbenen kanadischen Freestyle-Skifahrerin Sarah Burke verstreut wurde. Und das trotz Verbots des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das bei vielen Sportlern mit ihren diskutablen und engstirnigen Statuten in der Kritik steht. Explizit den Freestylern hatte das IOC zuvor verboten, mit Aufklebern auf ihren Helmen an den Tod der Kollegin zu erinnern.

Sarah Burke galt als viermalige Siegerin bei den X-Games auch als Pionierin und ist mit ihrer Arbeit mit dafür verantwortlich, dass der Sport olympisch und in Sotschi erstmals Medaillen in der Superpipe vergeben wurden. Burke verunglückte am 10. Januar 2012 während des Trainings und zog sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Nur neun Tage später starb sie an den Folgen des tragischen Unglücks. Um ihr zu gedenken, handelten der kanadische Halfpipe-Trainer Trennon Paynter und Burkes Mann Rory Bushfield dennoch gegen das Verbot und hinter dem Rücken des IOC. So brachten sie Sarah Burkes Asche mit nach Sotschi und verstreuten sie in der Nähe des Olympischen Dorfes, in der Halfpipe und auf dem Berg.

Der Trainer zu „canada.com“: „Ich und ihr Mann Rory, einer meiner engsten Freunde, diskutierten schon vor einiger Zeit, ob wir Sarah hierher bringen sollen. Wir beschlossen, ihre Asche nach Sotschi zu bringen und rund um die Veranstaltung zu verteilen. Auch auf der Halfpipe, wenn wir es durchziehen könnten. Es war ein sehr privater Moment für uns. Wir wollten im vornherein keinen großen Lärm darum machen. Es lief vielleicht nicht alles nach gewissen Regeln, aber das war uns egal. Ich bin mir sicher, dass nicht nur die Kanadier beim Halfpipe-Debüt an Sarah dachten, sondern auch die Konkurrenten anderer Nationen. Am ersten Trainingstag trug ich sie bei mir und drehte ein paar Runden. Ich weiß, dass sich Sarah gewünscht hat, ein paar Runden auf der Olympia-Schanze zu drehen. Das hat sie nun bekommen – und es fühlte sich gut an.“

Eine wirklich bewegende Aktion im Sport, die Erwähnung finden muss und unterstreicht, wie unsinnig teilweise die Statuten der IOC sind! Übrigens ist Sarah Burkes Reise noch nicht zu Ende. Denn Freunden und Angehörigen ist es überaus wichtig, dass die restliche Asche ganz im Sinne Burkes noch ein wenig um die Welt reist.

Foto: Sarah Burke Foundation 2013 |

Quelle: Bild