Es bedarf schon Einiges an Eiern, um eine Laufbahn als Schiedsrichter einzuschlagen. Immerhin kann sicherlich nicht jeder die Last der Verantwortung stemmen, die auf den Schultern eines Unparteiischen lastet. Hinzu kommen heftige Anfeindungen im Falle einer fragwürdigen Entscheidung seitens der Fans, die mitunter selbst vor Morddrohungen nicht zurückschrecken. Und macht man dann doch alles richtig, wird einem auch keine wirkliche Anerkennung zuteil, während die Sportler wie Helden gefeiert werden.

Insofern sei hier eine Lanze für einen Berufsstand gebrochen, der es fürwahr nicht leicht hat. Doch bei allem Respekt, den die Zunft der Schiedsrichter zweifelsohne verdient hat, muss auch Kritik erlaubt sein. Denn aus großer Macht erwächst große Verantwortung. Erst recht, wenn man als Entscheidungsträger bei den MMA mit zwei verbissenen Kämpfern im Ring steht.

Es liegt in der Natur der Sache, dass es bei einem solchen Kampfsport heftig zur Sache geht. Dabei sind die Schläge und Tritte nicht einmal unbedingt das Schlimmste, denn denen kann man im Idealfall noch ausweichen. Befindet man sich jedoch in einem Würgegriff, wie dem berühmt berüchtigten Guillotine Choke, sieht die Sache schon anders aus. Dieser hat bereits unzählige Fighter zur Aufgabe durch Abklopfen gezwungen, oder die Opfer direkt ins Land der Träume geschickt.

Asha Roka vs. Hanna Kampf

Spätestens dann ist es die Pflicht des Schiris, einzugreifen, um die wehrlosen Kämpfer aus dem durchaus lebensgefährlichen Griff zu befreien. Eine Pflicht, welcher der Verantwortliche im Kampf zwischen Asha Roka und Hanna Kampf (Ja, die Dame heißt wirklich so) jedoch nicht nachgekommen ist.

Bereits in der ersten Runde gelingt es Roka, ihre Kontrahentin festzusetzen, die daraufhin augenscheinlich das Bewusstsein verliert und nur noch hilflos zuckt. Doch der Schiedsrichter greift nicht ein. Roka lässt von daher nicht locker, drückt sogar noch heftiger zu und könnte aus dieser Position heraus locker das Genick von Kampf brechen.

Es kommt einer Erlösung gleich, als Cornerman Dennis Hallman in den Ring springt, um seinen Schützling endlich, und vor allem rechtzeitig, aus dem Würgegriff zu befreien. Etwas, das der Schiedsrichter schon längst hätte tun sollen. Ansonsten hätte die Nummer noch sehr viel übler ausgehen können, als es aus Kampfs Sicht ohnehin schon der Fall war.