Ihr erinnert euch sicherlich noch an die Simpsons-Folge, in der Homer solange mit einer Hantel trainiert, bis einer seiner Arme übermäßig kräftig geworden ist und er daraufhin an Wettbewerben in Armdrücken teilnimmt (Mamas kleiner Liebling, Episode 5 der 17. Staffel). Der immense Unterschied zwischen den Proportionen seiner Gliedmaßen diente als Aufhänger und war den Regeln des Comics entsprechend natürlich grotesk überzeichnet. Zumindest dachten wir das immer, bis wir auf diesen Herren hier aufmerksam wurden.

Nun könnte man was ihn betrifft allerhand dumme Witzchen machen, aber wir sind uns sicher, die hat Matthias Schlitte alle schon gehört. So heißt der Mann nämlich, den man in der Szene auch sehr treffend „Hellboy“ nennt. Matthias leidet unter einem genetischen Defekt, der unter der Bezeichnung Klippel-Trénaunay-Weber-Syndrom bekannt ist, und kam infolgedessen mit einem deutlich kräftigeren rechten Arm zur Welt.

Anstatt dieses Schicksal jedoch zu beklagen, hat Matthias aus der Not eine Tugend gemacht und sich frei nach dem Motto „Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus“ für eine Karriere als Armwrestler entschieden. Mit Erfolg: 10-facher Deutscher Meister, 20-facher Internationaler Champion und 6-facher Sieger des Großen Preises von Deutschland.

Nun macht ein großer Arm natürlich noch keinen Armwrestling-Champ. „Dirk Nowitzki ist auch nicht automatisch gut, weil er groß ist“, erklärt Schlitte gegenüber der WELT. Seine Triumphe hat er vor allem intensivem Training, der richtigen Technik und der nötigen Schnellkraft zu verdanken.

Letzten Endes ist es also der Kombination aus purem Willen und körperlichen Gegebenheiten zu verdanken, dass „Hellboy“ zu einer kleinen Berühmtheit geworden ist, die in TV- und Werbeauftritten viel selbstreferenziellen Humor beweist. Vielleicht erinnert sich ja noch der Eine oder Andere an diesen Clip, in dem Matthias sich selber gelungen auf die Schippe nimmt. Cooler Typ!