Sport und extreme Hitze sind bekanntlich zwei Dinge, die nicht sonderlich gut für die Gesundheit sind. Das bekamen nun die Tennisstars während der Australian Open zu spüren. Denn bei 42 Grad im Schatten tritt eine besondere Regel in Kraft, die „Extreme Heat Policy“. Am vierten Tag des Tennis-Turniers mussten die ersten Spiele unterbrochen werden, wobei schon in den Tagen zuvor die Hitze einigen Akteuren arg zu schaffen machte und einige Opfer fand.

Am vierten Turniertag der Australian Open wurde gegen 14.00 Uhr Ortszeit bei 42 Grad im Schatten die letzte Stufe der „Extreme Heat Policy“ erreicht. Dieses Stufensystem errechnet sich aus der Temperatur, der UV-Strahlung, dem Wind und der Luftfeuchtigkeit. Wird der kritische Wert überstiegen, kommt es folglich zum Spielabbruch, was am gestrigen Tage geschehen ist. Allerdings mussten alle Akteure erst den laufenden Satz zu Ende bringen, ehe ihre Matches gestoppt wurden. Das letzte Mal gab es solch eine Extremsituation während der Australian Open 2009, wo wegen extremer Hitze Spiele unterbrochen werden mussten.

Das kommt leider für unsere Tennis-Hoffnung Sabine Lisicki zu spät. Zwar hatte sie selbst einen wenig überzeugenden Auftritt in der zweiten Runde des Turniers, aber das Extremwetter hatte sicherlich seinen Anteil dazu beigetragen, dass sie ausgeschieden ist. Generell haben die Spieler aktuell aber auch ein Problem mit der Informationspolitik der Verantwortlichen, wann ein Spiel abgebrochen werden würde. Tennis-Ass Maria Scharapowa kritisierte nach ihrer Hitzeschlacht: „Niemand weiß, was das Limit ist, kein Spieler, nicht einmal die Physios, wenn man sie fragt. Niemand weiß, wann das Dach geschlossen wird oder wann die Spiele abgebrochen werden. Es gibt viele offene Fragen, die geklärt werden sollten. Wer entscheidet, wann die Bedingungen zu extrem werden? Ich bin nicht sicher. Der Schiedsrichter? Oder ein Meteorologe?"

Seit Dienstag befindet sich Melbourne in den Fängen der Hitzwelle, so heftig wie seit 100 Jahren nicht mehr, mit Temperaturen von mehr als 40 Grad. Am Donnerstag kletterte das Thermometer auf 43,9 Grad und es werden in den kommenden Tagen 46 Grad erwartet. Keine guten Aussichten für ordentlichen Tennis-Sport!