Der Messenger-Dienst WhatsApp steht seit längerem wegen seiner Zugehörigkeit zum und dem regen Austausch mit dem Facebook-Konzern in der Kritik. Jetzt ziehen deutsche Verbraucherschützer gegen das Unternehmen vor Gericht: Wegen der angekündigten Pläne, die Telefonnummern der WhatsApp-Nutzer mit Facebook zu tauschen, reichte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) vor dem Landgericht Berlin unlängst Klage ein.

Nach Aussage der Verbraucherschützer sammle und speichere WhatsApp gezielt und widerrechtlich die Daten seiner Nutzer, seit der Messenger-Dienst im August 2016 seine Datenschutz-und Nutzungsbedingungen geändert habe. Kurz darauf hatte das Unternehmen eine Abmahnung von der VZBV erhalten und Datenschützer waren auf die Barrikaden gegangen – daraufhin hatte WhatsApp die Pläne, Nutzerdaten an Facebook weiterzugeben, vorerst auf Eis gelegt. Ursprünglich hatte das Messenger-Unternehmen diese Daten mit seinem Mutterkonzern teilen wollen, um sowohl Facebook-Werbung als auch die Freundschaftsanfragen des sozialen Netzwerkes zu optimieren.

Dabei ist es laut Angaben des VZBV unerheblich, ob ein WhatsApp-Nutzer überhaupt ein Facebook-Konto besitzt, oder nicht. Die Daten würden in jedem Fall an den Mutterkonzern weitergegeben. Insbesondere auch die Telefonnummern von Personen und Unternehmen, die sich in der Kontaktliste oder dem Telefonbuch eines WhatsApp-Nutzers befänden. Über den Rechtsweg wollen die Verbraucherschützer eine Löschung der seit August bereits mit Facebook geteilten Daten erzielen. Insgesamt beanstandet der VZBV acht Klauseln aus den AGB und der Datenschutzerklärung WhatsApps. Die Anwendung dieser Klauseln soll das Unternehmen in Zukunft unterlassen: So behält sich WhatsApp etwa das Recht vor, Nutzern ohne vorherige Einverständniserklärung Facebook betreffende Werbung zu schicken.

Quelle: tag24.de