Das Internet-Zeitalter ist enorm kurzlebig. Gerade noch befanden wir uns in der Ära des glühenden Messers, da ist die Zeit seiner Herrschaft auch schon vorbei. Jetzt wird natürlich kopiert, was das Zeug hält, Klicks wollen schließlich gesammelt werden. Also wird flugs allmöglicher Blödsinn auf Rotglut erhitzt, mit falschen Temperaturbezeichnungen ausstaffiert und dann damit jede Menge anderer Blödsinn zerschnitten, das Ganze auf Video aufgenommen und ins Netz gestellt. Samurai-Schwerter sind so ein Beispiel. Das hier könnte ein neuer Trend werden, der Altes und Neues kombiniert: eine glühende Hydraulikpresse.

Nein, wie so oft habt ihr euch nicht verlesen, wir meinen das ernst. Der irre Finne vom „Hydraulic Press Channel“ hat tatsächlich einen Weg gefunden, den Kolben seiner 40-Tonnen-Hydraulikpresse auf Rotglut zu erhitzen. Der Ablauf ist bekannt: Alles mögliche Zeug wird unter dem Pressstempel platziert, nur dass das Teil dieses Mal munter vor sich hin glüht. Den Anfang macht ein altes Nokia-Handy, dessen Ableben genauso spektakulär ausfällt, wie man sich das eben vorstellt, wenn 40 Tonnen Druck pro Quadratzentimeter darauf einwirken.

Und da haben wir in Ende der 90er noch gedacht, das Teil wäre unzerstörbar. Wir sind nur froh, dass die Presse das Ganze heil überstanden hat und nicht vom Nokia geknackt wurde. Auch ein massiver Block aus Trockeneis muss sich der Mischung aus Gluthitze und unnachgiebigen Druck geschlagen geben, ebenso wie eine Orange. Damit wir uns bei der ganzen Parade an zerquetschtem, durchgekochtem Zeug nicht langweilen, erleben wir die Wiederholungen in Superzeitlupe. Mal sehen, welcher YouTube-Filmer eine glühende Hydraulikpresse noch toppen kann – bleibt ja nicht mehr viel übrig, was man auf Rotglut erhitzen kann …