Sag niemals: „Ja!“ Was wie der schlechte Titel eines miesen James-Bond-Abklatschs klingt, ist eine Strategie, die man sich hinter die Ohren schreiben sollte. Denn eine neue Betrugsmasche per Telefon grassiert gerade in Deutschland, und der einzige Weg, sich dagegen zu wehren, ist, das Wörtchen „Ja“ zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Denn die Telefonbetrüger nutzen euer „Ja“ für ihre Abzocke. Mit eurer vermeintlichen Zustimmung habt ihr den Tätern nämlich einen Freifahrtschein eingeräumt – die Opfer einer solchen Betrugstat werden von ihnen danach unter Druck gesetzt.

So erhalten Sie Abrechnungen über erworbene Waren. Als „Beweis“, dass diese Käufe ja angeblich legitim seien, spielt man den Opfern Zusammenschnitte von Verkaufsgesprächen vor, an deren Ende das zuvor bei einem anderen, vermeintlich unverfänglichen Telefonat aufgenommene „Ja“ ertönt. Die Verbraucherzentrale NRW und der auf Medienrecht spezialisierte Anwalt Christian Solmecke warnen jetzt vor dieser Masche: Denn es sind natürlich die Täter, die die Zustimmung ihres Opfers auf elektronischem Wege hinter dieses angeblich stattgefundene Verkaufsgespräch schneiden.

Immer in ganzen Sätzen antworten

Auf diese Weise sollen die Opfer genötigt werden, zu blechen. So empfehlen Verbraucherzentrale und Medienexperte, generell niemals mit einem einfachen „Ja?“ ans Telefon zu gehen, dies könnte den Betrügern schon genügen. Die Abzocker setzen auch auf geschickte Fragen direkt am Anfang des Gesprächs, um euch die begehrte Zustimmungsfloskel zu entlocken: „Können Sie mich hören?“, zum Beispiel. Hier empfehlen die Verbraucherschützer, einfach immer in ganzen Sätzen zu antworten, in denen kein „Ja“ vorkommt, zum Beispiel: „Sicher, ich höre Sie …“

Diese Masche ist aus den USA nach Deutschland herübergeschwappt. Angst haben muss man als Betroffener vor der Abzocke aber nicht. Denn die Rechnung für die angeblich erworbenen Waren oder bezogenen Dienstleistungen muss keinesfalls bezahlt werden. Ignorieren solltet ihr sie hingegen aber auch nicht, ebenso wenig, wie eventuell nachfolgende Mahnungen. Stattdessen solltet ihr euch mit einem Gang zu Rechtsanwalt oder Verbraucherzentrale juristisch zur Wehr setzen und euch weder von Inkasso-Drohungen noch von negativen SCHUFA-Einträgen ins Bockshorn jagen lassen, so Medienanwalt Solmecke.

Quelle: rtlnext.rtl.de