Man hat es die Spatzen von den Dächern pfeifen hören, doch nun ist es offiziell! Facebook ist uncool geworden. Zumindest auf der Sicht der Jugend von heute. Das geht aus der sogenannten JIM-Studie 2016 hervor (Jugend, Information, (Multi-)Media), die vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (Mpfs) durchgeführt wurde. Dabei wurde nicht der generelle Erfolg untersucht, sondern wie die Jugend von heute das soziale Netzwerk wahrnimmt.

Einst ein absolutes Pflichtprogramm für den modernen Schüler, nutzen mittlerweile nur noch 43 Prozent der Jugendlichen von 12 bis 19 Jahren Facebook mehrmals pro Woche. Im Vergleich zum Jahr 2015 also acht Prozent weniger. Dabei entfällt der größte Teil auf die älteren Kids von 18 und 19 Jahren. Für die Generation darunter spielt die Mutter der sozialen Netzwerke quasi gar keine Rolle mehr.

Thomas Rathgeb, Leiter der Geschäftsstelle des Mpfs, führt diesen Abwärtstrend auf den gigantischen Erfolg von WhatsApp zurück. Der Messenger ist auf den Schulhof immer noch ganz schön angesagt und wird von satten 95 Prozent aller Jugendlichen genutzt! Als einer der Gründe wird genannt, dass WhatsApp keine aufwendige Pflege eines Profils erfordert und sich einem wesentlichen und ganz pragmatischen Bedürfnis dieser Altersklasse verschreibt: dem Kommunizieren.

YouNow-Hype verpufft

In der digitalen Gunst der Jugendlichen in Sachen Kommunikationsanwendungen folgt Instagram mit 51 Prozent auf Platz zwei, während der dritte Platz mit 45 Prozent an Snapchat geht. Im Gegensatz zu Facebook konnten beide Apps seit 2015 zulegen. Instagram stieg um sieben Prozent und Snapchat um ganze 14 Prozent. Die Mädels nutzen beide Apps übrigens deutlich häufiger als Jungs, was wohl in der starken weiblichen Affinität zu Fotos begründet liegt.

Der anfängliche Hype um das Videoportal YouNow ist dagegen verpufft. Der Anteil von unter einem Prozent spricht Bände. Doch auch Twitter ist für die Kids irrelevant und wird lediglich von läppischen neun Prozent genutzt.

Zu guter Letzt sollten die Befragten noch die ihrer Meinung nach wichtigsten Apps auf ihrem Handy nennen. Das Ergebnis deckt sich mit den oben genannten Zahlen. 95 Prozent votierten Whatsapp zur Liste der wichtigsten Angebote, Instagram erntete 37 Prozent der Stimmen, während jeder Vierte Snapchat, Youtube und Facebook angab.

Quelle: faz.net