Es wird mit jedem Tag normaler, seit es Mobiltelefone, SMS und andere Messenger-Dienste gibt: Man schreibt schneller, kürzt ab, benützt Slang-Begriffe und jede Menge englischer Lehnwörter oder ersetzt ausgeschriebene Zahlen durch einfache Ziffern. Hinzu kommen seltsame Sprachtrends aus dem Netz wie „i bims“ oder „vong ... her“. Lange Zeit warnten besorgte Sprachschützer und Puristen, dass dieses Verhalten auf lange Sicht unsere Ausdrucksweise gefährden könnte. Doch jetzt geben Experten Entwarnung: Chat-Slang sei keine Gefahr.

Jeder bekommt sie, Nachrichten in Chats oder Messenger-Diensten, in denen einfach gar nichts mehr stimmt, wenn es um Grammatik und Rechtschreibung geht: Sie strotzen vor fehlenden Artikeln, Zeitformen werden standardmäßig falsch genutzt und ganze Sätze durch Folgen von Grinsefratzen oder Emojis ersetzt. Doch die Expertin Angelika Storrer vertritt wie ihre Kollegen die Auffassung, dass solche neuen Sprachformen keineswegs eine Gefahr für andere Textarten darstellen.

Frau Storrer zufolge sind Verfasser sehr wohl in der Lage, zwischen diesen Varianten zu unterscheiden und sich entsprechend anzupassen – dies bestärkte sie in Berlin in einem Bericht zur Lage der deutschen Sprache, der den zweiten seiner Art seit 2013 darstellt. So seien keine Hinweise darauf zu finden, dass sich die Schreibfähigkeiten von Schülern durch solche Netz-Slangs verschlechtern würden. Die häufigen Fehler in der Online-Kommunikation seien lediglich der Eile geschuldet. Insgesamt zeigte sich der Bericht äußerst positiv gestimmt, die deutsche Sprache sei in einer guten Verfassung.

Quelle: tag24.de