Wer der Meinung ist, dass Smartphones bequem und dumm machen, für den dürften die folgenden Zeilen Wasser auf die Mühlen sein: In zwei wissenschaftlichen Experimenten konnten Forscher der Universität von Austin, Texas, ermitteln, dass die bloße Anwesenheit eines Smartphones sich negativ auf das Denkvermögen auswirkt. Der Grund: Die Menschen kommen kaum noch ohne aus. Die Theorie dieses sogenannten „Brain Drains“ durch die Geräte ist schon länger bekannt, wonach das menschliche Gehirn einen Teil seiner Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit auf den nützlichen elektronischen Begleiter ausrichte. Doch das ist genau der Teil der geistigen Fitness, der dafür anderen Aufgaben fehlt.

Im Zuge ihrer Untersuchung teilten die Experten die „Anwesenheit“ des Smartphones und die Bereich der Aufmerksamkeit daher in drei Bereiche: sehr präsentes Handy auf dem Tisch, mittlere Präsenz des Geräts in der Tasche oder niedriges Vorhandensein in einem Nebenraum. Zufällig ermittelte Probanden wurden angehalten, ihre Smartphones entweder zurückzulassen, mitzunehmen und auf den Tisch zu legen oder mitzunehmen, aber das Gerät in der Tasche zu lassen. Sämtliche Handys mussten stummgeschaltet werden, um die Untersuchung nicht durch Töne/Vibrationen zu stören.

Kein Smartphone weit und breit – Tests fallen besser aus

Danach wurden die Probanden an einen PC verfrachtet, wo sie Aufgabenstellungen lösen mussten, die das Denkvermögen testen. Dabei zeigte sich: Teilnehmer, deren Handy griffbereit auf dem PC-Tisch lag, lieferten die schlechtesten Ergebnisse, während Probanden, die das Handy in der Tasche trugen, bei der Ergebnisqualität in beide Richtungen schwankten. Die besten Resultate lieferte die Gruppe der Leute, die man angewiesen hatte, das Smartphone außerhalb des Raumes zu lassen. An diesen Ergebnissen änderte sich im zweiten Test wenig, bei dem man zufällig ermittelte Probanden anwies, ihr Handy sogar vor Betreten des Testraums auszuschalten.

Hier zeigte sich: Selbst mit ausgeschaltetem Gerät lieferten die Probanden, bei denen es auf dem Tisch lag, die schlechtesten Testergebnisse – blieb das deaktivierte Smartphone im Nebenraum, erzielten auch hier die Teilnehmer bessere Resultate. Die Ursachen für den „Brain Drain“ konnten mit dem Experiment noch nicht verbindlich geklärt werden, doch die Forscher haben eine Hypothese: Sie sind überzeugt, dass das Smartphone eine der wenigen Erfindungen des Menschen sei, die einen derart gewaltigen Raum in seinem Dasein als ständiger Alltagsbegleiter einnehme. Damit beeinflussten die Geräte sowohl unsere bewussten als auch die unbewussten Gedanken.

Quelle: heise.de