Prisma erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Derart großer Beliebtheit, dass die Server zeitweise überlastet sind. Die Foto-App für Apples iOs erlaubt es den Nutzern, Bildern einen imposanten Gemälde-Look im Stil der alten Meister zu verpassen. Der erfreut sich derart großer Beliebtheit, dass die sozialen Netzwerke gerade förmlich von diesen „Meisterwerken“ überschwemmt werden. Doch die App ist nicht ohne Risiken: Wer Prisma nutzt, der muss auch mit den teils undurchsichtigen Privatsphäre-Einstellungen leben – und damit, dass er seine eigenen Bilder aus der Hand gibt.

Denn hinter Prisma verbirgt sich der russische Mail-Anbieter mail.ru. Um den Bilddateien den neuen Look per Filter zu verpassen, werden die Dateien auf die Server von mail.ru hochgeladen. Und dort liegt der Knackpunkt: Die Privatsphäre-Einstellungen des Unternehmens sind nämlich alles andere als vertrauenserweckend – wer Prismas Nutzungsbedingungen zustimmt, erteilt enorme Befugnisse und gibt seine Dateien aus der Hand.

So heißt es dort etwa: „Informationen können gespeichert und weiterverarbeitet werden.“ Außerdem greift Prisma mit Erlaubnis auf „Nutzer-Informationen, wie Geodaten, Logfiles und weitere Informationen [zu] und teil[t] diese mit Drittanbietern.“ In den AGB ist außerdem die Rede davon, dass jeder Prisma-Nutzer „nicht-exklusive, weltweite, weiter veräußerbare“ Lizenzen an seinen Bildern erteilt – was nichts anderes bedeutet, als dass man im Hause der Bildbearbeitungssoftware mit euren Bildern machen kann, was immer einem dort gerade einfällt.

Bei mann.tv lassen wir jedenfalls erst einmal die Finger von dem stylishen Spielzeug, bis das Unternehmen Privatsphäre-Einstellungen hat, die sich vertreten lassen.