Dating-Apps sind heutzutage etwas Alltägliches für viele, doch es gibt kritische Stimmen. Die halten die Bewertung und das Sortieren von Mitmenschen aufgrund eines einzelnen Bildes bei Diensten wie etwa bei Tinder für eine Unsitte. Ihrer Meinung nach degradiert so etwas Menschen zu Fleisch und sei für die Suche nach dem richtigen Lebensgefährten praktisch wertlos. Die Betreiber der Webseite MeatFace möchten der digitalen Fleischbeschau etwas entgegensetzen – mit Fleisch.

Menschen mit sozialen Schwächen oder Unsicherheiten leiden den oben erwähnten Kritikern zufolge unter der unablässigen Ablehnung durch andere App-Benutzer und würden sich selbst noch dazu die Schuld an dieser Ablehnung geben. Diese Fleischbeschau möchten die Verantwortlichen hinter der Idee nicht länger hinnehmen. Ihr System, um das Tinder-Prinzip ironisch zu hinterfragen: Wenn man von anderen Nutzern und Tinder wie Fleisch gehandelt wird, kann man sich auch wie Fleisch darstellen. MeatFace verändert dafür Bilder entsprechend.

Sobald er ein Profilfoto oder ein Selfie hochlädt, ersetzt die Seite das Gesicht des Nutzers mit einem Stück Fleisch, beispielsweise einem Steak, lässt aber Mund und Augen frei, so dass sich das Endprodukt eben als „Fleischgesicht“ (engl.: Meatface) herausstellt. Das Resultat können die Nutzer dann herunterladen und entweder als ironischen Kommentar bei ihren Online-Dating-Aktivitäten nutzen oder auf den gängigen Sozialen Netzwerken teilen. So solle man laut den Betreibern der Webseite die Tiefe seines Charakters offenbaren, der mehr ist als nur ein auf sein Aussehen reduzierter Mensch, und könnte durch die Neugier der anderen ins Gespräch kommen.

Quelle: hna.de