Luca-App bei Google Play und im App Store – Eine neue App namens Luca ist in aller Munde – nach Monaten strenger Corona-Lockdowns soll sie Erleichterung bringen, während der Druck auf Bund und Länder wächst: Zwar muss eine Strategie ersonnen werden, die einer dritten Infektionswelle vorbeugt, Öffnungen sollen gleichzeitig ermöglicht werden. Hier soll die Smartphone-App Luca ins Spiel kommen. Einer, der hinter ihr steht: das Urgestein der Fantastischen Vier, Smudo.

Gastronomie, Einzelhandel und Kultur – so geöffnet wird, soll über Luca das Ausmaß von Infektionsketten besser nachzuverfolgen sein. Denn Luca-Nutzer müssten ihren Namen und ihre Adresse im Idealfall nicht mehr auf einen Zettel vor Ort schreiben, sondern beim Betreten einen QR-Code scannen. Damit wäre der Besuch in der Applikation dokumentiert – ebenso wie seine Dauer. Beim Verlassen einer Örtlichkeit checkt man dann entweder manuell aus oder die Ortungsfunktion des Smartphones übernimmt dies.

Genauso können Nutzer bei privaten Treffen vorgehen – in dem man sich gegenseitig solche QR-Codes generiert und diese dann mit Familienmitgliedern und Freunden verknüpft.

Ein junges Team von drei Entwicklern aus Berlin entwickelte die App, Kulturschaffende wie Rapper Smudo stehen mit ihrem Namen für die Idee ein. Dabei soll Luca keinen Ersatz für die Bundes-Corona-Warn-App darstellen, sondern vielmehr zu dieser beitragen. Den Gesundheitsämtern soll die Verfolgung der Kontakte erleichtert werden.

Dabei ist Luca kostenlos und kann über die üblichen Bezugsquellen für iOS und Android heruntergeladen werden. Name und Adresse werden für eine Anmeldung verwendet, danach erhält der Nutzer eine SMS mit einem Code für die Beglaubigung. Die Entwickler betonen, dass die Daten dabei anonym und verschlüsselt abgespeichert werden. Sie sollen nicht von Betreibern und Veranstaltern einsehbar sein. Tritt der Infektionsfall ein, kann das Gesundheitsamt die Nutzer ersuchen, ihre Daten freizugeben.

So können die Aufenthaltsorte der letzten 14 Tage nachgehalten werden – was dem Gesundheitsamt erlaubt, Kontakt mit Veranstaltern aufzunehmen und diese zu bitten, ihrerseits die Datensätze freizugeben. Jeder, der dann theoretisch mit einer infizierten Person im gleichen Restaurant, auf einem Konzert etc. war, kann in dem Fall kontaktiert und informiert werden.

Noch sind nicht viele Gesundheitsämter eingebunden, wie ein Sprecher am Montag erläuterte.

Die App findet erst Verwendung in Jena, auf den drei Nordseeinseln Sylt, Amrum und Föhr, in Nordfriesland sowie im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Sowohl Rostock als auch der Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein sollen sich dieser Tage zu den erwähnten Regionen hinzugesellen.

Da die Gastronomie momentan geschlossen hat, wird Luca dem Sprecher zufolge erfolgreich in Bürgerämtern, Alten- und Pflegeheimen, Büros sowie bei Stadtratssitzungen genutzt. Demnach stehen die Entwickler in Kontakt zu ca. 150 Gesundheitsämtern und führen Gespräche mit diesen. Smudo kommentierte bei „Anne Will“: „Wir könnten in vier Wochen bereits angeschlossen sein an alle Gesundheitsämter.“

Luca könne dabei den Entwicklern zufolge von den Gesundheitsämtern mit deren bestehender Software und vorhandenen Infrastrukturen verknüpft werden, auch der Kontaktverfolgungssoftware Sormas. Kanzleramtsminister Helge Braun von der CDU gab bei der „Anne Will“-Sendung an, Hilfe bei der Anbindung von Apps wie Luca an die Ämter leisten zu wollen.

Die Resonanz nach der Sendung überforderte die App, wie die Entwickler es auf Twitter beschrieben: „Wow, wir sind überwältigt. Das waren etwas viele Downloads in sehr kurzer Zeit.“ Nun soll die App nach einem „kurzen Schluckauf“ wieder erreichbar sein.

Quelle: tagesspiegel.de