Ganze neun Jahre ist es nun her, dass Apple sein wegweisendes iPhone der Weltöffentlichkeit vorgestellt hat. Seitdem ist es dank seines beispiellosen Siegeszuges wohl jedem ein Begriff und dient als Sinnbild für das moderne Smartphone an sich. Neun Jahre sind eine lange Zeit, weshalb man nicht umhinkommt, sich zu fragen, weshalb der Erfinder Thomas S. Ross erst jetzt Schadensersatz von Apple einklagt. Denn Ross behauptet, er habe das iPhone schon lange vor dem Konzern erfunden.

Der Mann führt seine Klage auf ein Patent zurück, welches er bereits 1992 eingereicht habe und welches ihm auch tatsächlich vom US-Patentamt zugesprochen wurde. Dumm nur, dass Ross seine fälligen Patengebühren nicht gezahlt hat, weshalb sein Patent 1995 wieder gelöscht wurde.

Jenes skizzierte ein Gerät, das aus zwei Komponenten besteht und sich zusammenklappen lässt. Die eine Komponente ist zum Lesen gedacht, hat einen Bildschirm, Vor- und Zurücktasten sowie einem Tastenblock. Es soll mit MS-DOS laufen und einen Einschub für 3,5-Zoll-Disketten sowie einen andockbaren Akku haben. Auch die Schreibkomponente verfügt über einen Bildschirm, daneben aber noch über eine vollwertige Tastatur. Beide Komponenten werden über Solarzellen mit Strom versorgt. Eine Antenne für Mobilfunktechnik ist optional.

Ach ja, laut Klageschrift sollen die beiden Bildschirme übrigens Touchscreens sein. Nicht ganz unwichtig, denn mit Blick auf das iPhone könnte man sich ansonsten ob dieser mutigen Klage erst einmal nur wundern. Oder wann habt ihr das letzte Mal eine 3,5-Zoll-Diskette in euer iPhone geschoben? Oder versucht, es zusammenzuklappen? Wäre da nur nicht die winzige Tatsache, dass dieser technische Hinweis in dem seit 21 Jahren abgelaufenen Patent fehlt.

Aber gut, den Versuch, einen gigantischen Konzern auf gut 21 Milliarden US-Dollar – eine Zahl, welche die Kollegen von golem.de anhand des Umsatzes berechnet haben, den Apple vergangenes Jahr erwirtschaftet hat – zu verklagen, ist es ja trotzdem wert. Immerhin muss jemand den Bonzen ja mal die Zähne zeigen. Und die Beweislage ist schließlich erdrückend! Viel Glück, Thomas S. Ross!