Der Straßenverkehr wird wie jeder andere Bereich des öffentlichen und privaten Lebens auch zunehmend digitalisiert. Während autonome Autos, die sich selber steuern, nicht ganz zu Unrecht mit großer Skepsis betrachtet werden, sind Einparkhilfen stark im Kommen und auf das fast schon altehrwürdige Navi mag kaum noch einer verzichten. Auch Dashcams erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. In Verbindung mit einer neuen App könnten diese bald aber nicht mehr nur der Beweisführung dienen, sondern den Straßenverkehr auch noch sicherer machen.

Die Smartphone-App Nexar, die Daten von Sensoren und einer angeschlossenen Dashcam auswertet, ist bereits erhältlich, soll aber Anfang nächsten Jahres eine zusätzliche Funktion bekommen. Diese soll euch im Straßenverkehr vor schlechten Autofahrern in der Nähe warnen. Ermöglicht wird dies, indem die App die Nummernschilder der Autos, die man unterwegs überholt, sammelt und auch kleinere Zwischenfälle erfasst, etwa wenn ein Fahrer einen anderen schneidet. Auf dieser Grundlage wird dann ein Fahrerprofil erstellt.

Fortschritt durch Schwarmintelligenz

Eran Shir, Mitgründer und CEO des Unternehmens dahinter, betont, dass die App umso effektiver wird, je mehr Leute sie herunterladen. Seinen Angaben zufolge wurde sie seit dem Frühjahr von „zehntausenden“ Nutzern installiert, die seitdem zusammen rund acht Millionen Kilometer zurückgelegt und damit eine Grundlage für die geplante breite Informationsbasis gelegt haben. Bisher werden die gesammelten Daten nur dazu verwendet, um andere Fahrer zu warnen, wenn zum Beispiel das Auto vor ihnen plötzlich scharf abbremst oder wenn eine gefährliche Kreuzung naht. Wenn die Sensoren einen Unfall feststellen, wird sofort ein Video des Geschehens auf die Nexar-Server geschickt.

Hat jemand Datenschutz gesagt? In den USA kein Problem, da dort das Fotografieren von Nummernschildern auf öffentlichen Straßen legal ist und weil hochgeladene Ereignisse von Software und Menschen ausgewertet werden, um Fehlalarme auszusortieren.

„Wenn wir Ihnen sagen, dieses Auto ist in unseren Augen gefährlich, ist unserer Meinung nach das richtige Gleichgewicht zwischen einem öffentlichen Gut und Privatsphäre erreicht“, so Shir. „Wir wollen definitiv nicht wissen, woher Sie kommen und wohin Sie fahren.“

Na dann …