Stolz und vermeintlich sicher vor Fressfeinden stampfen Giganten wie Apple und Samsung lautstark durch den Smartphone-Dschungel. Doch seit geraumer Zeit ist ihnen ein chinesisches Raubtier auf den Fersen, welches nun mit dem brandneuen Honor 10 zum Sprung ansetzt. Ein potentes Highend-Smartphone für unter 400 Euro, kann das gut gehen?! Wir waren für euch vor Ort, als das neue Flaggschiff der Huawei-Tochter in London vorgestellt wurde.

Man sollte meinen, die Farbe eines Gerätes sei nebensächlich. Doch im Falle des Honor 10 durfte das von einem internationalen Modeinstitut gestaltete schillernde Design die Pressekonferenz eröffnen. Das Besondere daran ist, dass die Farben Phantom Blau und Phantom Grün je nach Winkel und Lichteinfall dank 3-D-Glas und 25 Schichten Lack elegant changieren. Ein äußerst schicker Effekt, inspiriert von den Polarlichtern, der das Honor 10 bereits auf den ersten Blick von der Konkurrenz abhebt. Alternativ stehen aber auch noch konventionelles Schwarz und Silber zur Verfügung.

Hinten schön, vorne schön

Viel wichtiger ist aber fraglich die Front. Und auch hier gibt sich das Gerät mit seinem 5,84 Zoll großen LCD-Bildschirm im 19:9 Format und 2.280 x 1.080 Pixeln Auflösung (FullHD+) keine Blöße. Zwar kommt auch das Honor 10 nicht ohne die umstrittene Display Notch aus, diese lässt sich in den Einstellungen durch schwarze Balken jedoch gewissermaßen ausblenden. Eine Besonderheit, vor allem in diesem Preissegment, stellt dabei der Fingerabdrucksensor dar, der keiner Lücke bedarf und sich unter dem Glas befindet.

Mit schlanken 7,7 Millimetern und gerade mal 153 Gramm ist das Honor 10 ein haptisches Leichtgewicht, das zwar etwas rutschig in der Hand liegt, jedoch mit spürbar hochwertiger Verarbeitung überzeugt. Unter der Hülle schlägt indes ein zeitgemäßer Achtkern-NPU-Prozessor der neben dem Android-8.1-Betriebssystem vor allem die künstliche Intelligenz befeuert, die selbst einen absoluten Laien zum Topfotografen machen soll.

Telefonieren mit Smartphones ist heutzutage schließlich zur Nebensache verkommen, Fotos schießen hingegen ein Trend, dem sich das Honor 10 mit seiner Dual-Linsen-Hauptkamera (24 MP und 16 MP) voll verschrieben hat. In Verbindung mit besagter KI ist es dem Gerät möglich, in Echtzeit zu erkennen, welche Objekte wir vor der Linse haben und den Aufnahmemodus darauf abzustimmen.

Perfekte Bilder dank KI

So kann es beispielsweise eine ganze Menschengruppe als einzelne „Schicht“ definieren und den Hintergrund, vor dem sich diese befinden, verschwommen darstellen, um die Personen in den Vordergrund zu rücken. Bis zu 22 Objekte und Szenen können so definiert werden, wobei die KI in der Lage sein soll, nicht nur zwischen Motiven wie Text oder Essen zu unterscheiden, sondern sogar zwischen verschiedenen Tieren wie Katzen oder Hunden. Für Selfie-Begeisterte steht indes eine 24 MP-Frontkamera bereit, die mit einer ausgebufften Gesichtserkennung gelungene Porträts in jeder Situation ermöglichen soll. Und tatsächlich gelangen uns in der Praxis verblüffend schicke Fotos, wobei betont werden muss, dass wir wahrlich Laien in dieser Hinsicht sind.

In Sachen Akkugröße musste mit 3.400 mAh wohl ein Kompromiss eingegangen werden. Einen Tag hält das Honor 10 aber locker durch, welches sich dank Schnelladefunktion zudem ratzfatz wieder volltanken lässt. Und Halleluja: Ein 3,5-mm-Klinkenanschluss ist auch mit an Bord.

Erhältlich ist das Honor 10 mit 64 GB Speicherplatz für 399 Euro und in der Variante mit 128 GB für 449 Euro. Ein echter Kampfpreis hinsichtlich der Spezifikationen und der Features. Wer also ein aktuelles Highend-Smartphone sucht, und keine Summen im vierstelligen Bereich hinblättern kann oder will, erhält mit dem Honor 10 auf jeden Fall ein Gerät, welches sich toll anfühlt, edel aussieht und kaum Wünsche offenlässt, die der moderne User an ein Smartphone stellt. Wir sind beeindruckt!