Gerichtsurteil: Scheidung per WhatsApp nicht zulässig – WhatsApp ist eine praktische Angelegenheit für eine ganze Reihe von Lebenslagen. So manch einer soll sich zu Beispiel schon über den Messenger verliebt haben, und auch der eine oder andere Heiratsantrag ging dergestalt durch den Äther. Nicht möglich ist allerdings, sich über WhatsApp scheiden zu lassen. So geht es aus einem Urteil des Frankfurter Oberlandesgerichtes hervor.

Hintergrund ist der Fall eines Kanadiers und seiner mittlerweile in Deutschland lebenden Frau.

Der Mann wollte den für die Scheidung nötigen Antrag von seiner Heimat aus per Messenger schicken. Ein Vorgang, der in Kanada mit gerichtlicher Genehmigung möglich ist. Hierzulande sieht das jedoch anders aus – denn:

„Deutschland hat den entsprechenden Zusatz im Haager Übereinkommen über Zustellung von Schriftstücken im Ausland nicht ratifiziert“, erklärte eine Sprecherin des Oberlandesgerichtes gegenüber „Bild“.

Obwohl die Frau die vonseiten des kanadischen Gerichts gestellten Fragen in dem Antrag nicht beantwortete, sprach dieses dennoch die Scheidung aus. Das wollte die Betroffene jedoch nicht anerkennen und reichte Klage in Deutschland ein.

Sie bekam Recht:

„Die Anerkennung einer ausländischen Ehescheidung setzt die ordnungsgemäße und fristgerechte Zustellung des Scheidungsantrags voraus. Auslandszustellungen können in Deutschland nicht per WhatsApp erfolgen.“

Soll heißen: Wären die Unterlagen mit der Post gekommen, wäre die Sache mittlerweile wohl geklärt.

Nun aber muss die Ehe nach deutschem Recht geschieden werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Frau bereits gestellt … hoffentlich nicht per Messenger.

Quelle: bild.de