Berliner Champagner

Angeblich gibt es unter Frauen das Sprichwort, dass alles ein Dildo sein kann, wenn du nur mutig genug bist. Ob das stimmt können und wollen wir nicht überprüfen. Allerdings hört man ja immer wieder von allerlei schrägem Zeugs, das als Penisersatz herhalten muss. Dass man von Flaschen aber besser die Finger lassen sollte, dürfte sich mittlerweile wohl nicht nur in Notaufnahmen herumgesprochen haben.

Denn wenn man den Hals einer geöffneten Flasche vaginal einführt, bildet sich gerne mal ein Vakuum, infolge dessen sich der gläserne Dildo gnadenlos festsaugt. Nun ist die Behandlung eines solchen Missgeschickes für Ärzte kein großes Problem – Loch bohren und ab dafür – wenn ein solches Malheur einer Frau immer wieder geschieht, haben auch leidgeprüfte Nothelfer irgendwann die Faxen dicke.

In einem Buchbeitrag berichtet der Heilbronner Urologe Prof. Jens Rassweiler von einer Berlinerin, die in Sachen „Zwischen den Beinen festgesaugte Flasche“ den Rettungskräften als Wiederholungstätern bekannt war und nicht müde wurde, die 112 zu wählen. Nachdem diese sich schließlich eine Flasche Champagner in jeder Hinsicht zum Gemüte geführt hatte, entschieden sich die Notärzte, der Dame einen Denkzettel zu verpassen.

Getreu dem Motto „Lernen durch Schmerz“ transportierten sie ihre Patientin diesmal nämlich nicht diskret auf einer Rolltrage in den OP, sondern hielten mit dem Rettungswagen direkt vor dem Krankenhaus. Es folgte etwas, das sich heute wunderbar mit „Walk of Shame“ betiteln lässt.

Von zwei Rettungssanitätern eskortiert musste die Frau unten ohne, mit der baumelnden Flasche zwischen den Beinen, wie ein Pinguin einmal quer durch den Eingangsbereich, durch die langen Flure bis in den Operationssaal watscheln. Vorbei an Personal, Besucher und Patienten.

Ob eine derartige Demütigung nun gerechtfertigt war, oder vollkommen überzogen, muss wohl jeder für sich beurteilen. Fakt ist aber, dass die Ärzte die Frau seither nicht wieder gesehen haben.

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Quelle: bunte.de