Nach dem Taifun kam der Sonnenschein: Valtteri Bottas gewann den japanischen Grand Prix in Suzuka – und sicherte damit den sechsten Konstrukteurs-Titel für Mercedes in Folge. Sebastian Vettel (Ferrari) musste sich nach einem Fehler am Start mit Platz zwei begnügen. Lewis Hamilton (Mercedes) wurde dritter.

Bereits im Vorfeld war klar, dass der Super-Taifun Hagibis eine Auswirkung auf den Zeitplan des Formel-1-Gastspiels in Japan haben würde. Aus diesem Grund sagten die Verantwortlichen bereits am Samstag alle Aktivitäten für Samstag ab. Einen Tag später war zumindest am Himmel nichts mehr von der Gewalt des Taifuns zu spüren. Bei schönstem Sonnenschein wurde zunächst das Qualifying und im Anschluss das Rennen ausgetragen. 

Überraschenderweise konnte sich Ferrari die erste Startreihe sichern. Erstmals seit Kanada bezwang Sebastian Vettel dabei seinen Teamkollegen Charles Leclerc. Das Rennen sollte für die Scuderia aber eine andere Richtung einschlagen. Bereits am Start verhaspelte sich Sebastian Vettel – und zuckte noch bevor das Licht der Ampeln ausging. Da sich sein Frühstart allerdings im Ermessungsrahmen der Regeln befand und er auch direkt wieder stoppte, wurde der Deutsche nicht bestraft. Das nochmalige Anhalten sorgte aber dafür, dass Valtteri Bottas spielerisch von Platz drei aus nach vorne schoss.

Dahinter krachte es zwischen dem zweiten Ferrari von Charles Leclerc und Max Verstappen (Red Bull). Der junge Monegasse erwischte den von außen in Kurve zwei überholenden Niederländer, wodurch dieser abflog und nach einigen Runden entnervt seinen Wagen abstellte. Leclerc beschädigte sich dabei seinen Frontflügel. Obgleich dieser gefährlich am Boden schliff, kam der zweifache Grand-Prix-Sieger nicht direkt zum Reparaturstopp hinein. Stattdessen flog die Endplatte seines Frontflügels auf den Mercedes des dahinterfahrenden Lewis Hamilton – und riss dessen rechten Außenspiegel ab.

An der Spitze enteilte derweil Valtteri Bottas. Um mithalten zu können, entschied sich Ferrari für eine Zwei-Stopp-Strategie, indem sie Vettel nach 17 Runden abermals mit dem weichen Pirelli-Reifen auf die Reise schickten. Die Sternenmarke reagierte prompt einen Umlauf später, sodass Vettel keinen Vorteil hatte. Die Idee eines kurzen Zwischenspurts mit dem weichen Gummi ging ebenfalls nicht auf. Stattdessen rückte Lewis Hamilton näher, der aber wie auch sein finnischer Teamkollege ebenfalls einen zweiten Boxenstopp im letzten Renndrittel absolvierte. Es entstand ein spannender Zweikampf in der Schlussphase. Mehrmals versuchte Hamilton an Vettel vorbeizugehen, der allerdings alle Angriffsversuche gekonnt blockte. Somit kam es zwar nicht zu einem silbernen Doppelsieg.

Der erste Triumph von Valtteri Bottas seit April 2019 sowie der Bronzerang von Lewis Hamilton waren jedoch genug, um zum sechsten Mal in Folge vorzeitig die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zu gewinnen. Vor Mercedes gelang das bislang keinem anderen Team. Nico Hülkenberg (Renault) sicherte sich auf Rang neun zwei WM-Zähler. Zur Freude der vielen japanischen Fans kam der Honda-befeuerte Red Bull von Alex Albon auf dem vierten Platz ins Ziel, was gleichzeitig auch das bislang beste Resultat für den 23-jährigen Thailänder bedeutete.

Nach Suzuka ist nun auch endgültig klar, dass der Fahrertitel ebenfalls an Mercedes gehen wird, da alle weiteren Fahrer mathematisch ausgeschieden sind. Lewis Hamilton (338 Punkte) geht mit 64 Zählern Vorsprung vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas (274 Punkte) ins viertletzte Saisonrennen. Bereits beim kommenden Rennen in Mexiko kann er somit seinen sechsten WM-Titel perfekt machen.