Massencrash bei Radrenn-Klassiker: Rivale verzichtet auf Sieg, um Weltmeister zu helfen – Bei dem diesjährigen Radsport-Rennklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich kam es gut 62 Kilometer vor dem Ziel zu einer Massenkarambolage, im Zuge derer auch der aktuelle Weltmeister Julian Alaphilippe schwer stürzte. Doch anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen, und mit ausgedünnter Konkurrenz ins Ziel zu rasen, kam ihm sein Kontrahent Romain Bardet zu Hilfe.

Als er sah, wie der Franzose Alaphilippe infolge des Crashs einen Abhang herunterstürzte, sprang Bardet vom Rad und eilte zu dem Verunglückten.

Später sollte er laut „focus.de“ erklären:

„Ich stürzte auch auf der rechten Seite, aber ich war wirklich okay. Als ich mich umschaute, sah ich Julian vielleicht fünf oder sechs Meter weiter unten, und es war ein emotionaler Schock, weil er in einer schlechten Situation war. Es kam niemand, und er brauchte wirklich Hilfe. Es war eine Notsituation. Er konnte sich nicht bewegen, er konnte nicht atmen.“

Bardet ergänzt: „Er war bei Bewusstsein, aber er konnte nicht wirklich sprechen. Ich hoffe wirklich, dass es ihm gut geht. Der Mechaniker kam, dann der Arzt. Die Straße war komplett blockiert. Eine Menge Leute waren in eine sehr schlimme Situation verwickelt. Keiner hat ihn gesehen, man konnte ihn von der Straße aus nicht wirklich sehen. Es war eine wirklich schlimme Situation.“

Bardet gab zu Protokoll, daraufhin „unter Schock“ gestanden zu haben: „Das Rennen war gelaufen“.

Wie sich später zeigte, hatte sich Alaphilippe bei seinem Sturz zwei Rippenbrüche und ein gebrochenes Schulterblatt zugezogen. Außerdem kollabierte seine Lunge.

Wie sein Team bekanntgab, sei Alaphilippes Zustand stabil, er müsse aber weiterhin im Krankenhaus beobachtet werden.

Auch sein belgischer Teamkollege Ilan Van Wilder musste eingeliefert werden, der sich im Zuge der Massenkarambolage den Kiefer brach.

Am Ende sollte das belgische Supertalent Remco Evenepoel – neben Alaphillipe und Van Wilder ebenfalls ein Mitglied des Teams Quick-Step Alpha Vinyl – das Rennen für sich entscheiden.

2020 selber schwer gestürzt und eigentlich nur zur Unterstützung des Weltmeisters vorgesehen, erklärte der Sieger nach dem Rennen: „Ich habe in den letzten anderthalb Jahren mental und körperlich sehr gelitten und endlich habe ich das Gefühl, dass alles gut läuft. Ich denke, heute habe ich den besten Remco gezeigt, seit ich Profi geworden bin. Ich bin so stolz und glücklich.“

Quellen: focus.de , quickstep-alphavinylteam