Sebastian Vettel gewann das zweite Saisonrennen des Jahres. Unter Flutlicht in der Wüste von Bahrain triumphierte der deutsche Ferrari-Pilot von der Pole-Position aus vor den beiden Mercedes-Fahrern Valtteri Bottas und Lewis Hamilton.

Einfach war der 200. Grand Prix für Sebastian Vettel nicht. Was zu Beginn noch nach einer gewöhnlichen Fahrt aussah, entwickelte sich in der zweiten Rennhälfte zu einer wahren Zitterpartie. Grund hierfür waren die Strategiefüchse von Mercedes, welche die Scuderia-Taktiker gehörig unter Druck setzten. Den Start gewann zunächst Vettel. Dahinter schnappte sich Bottas seinen Landsmann Kimi Raikkönen (Ferrari).

Im hinteren Feld gaste Lewis Hamilton zu seiner Aufholjagd an, nachdem der Brite wegen eines unerlaubten Getriebewechsels strafversetzt von der neunten Position ins Rennen ging. Haarig wurde es, als Red-Bull-Youngster Max Verstappen bei einem Überholversuch mit Hamilton kollidierte und sich dabei seinen Wagen irreparabl beschädigte. Just  zur gleichen Sekunde gab auch der Wagen von Bullen-Kollege Daniel Ricciardo den Geist auf.

Nach der ersten Reifenwechsel-Sequenz stellte sich schnell heraus, dass Mercedes auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs war. Vettel wollte hingegen zweimal wechseln, zog deshalb eine weichere Gummimischung als sein Silberpfeil-Konkurrent auf. Als Vettel trotz der besseren Reifen nicht den nötigen Vorsprung für einen weiteren Boxenstopp herausfahren konnte, musste Ferrari umdenken. Zu allem Übel fiel auch noch Teamkollege Kimi Raikkönen aus, als bei einem Fehler beim Reifenwechsel ein Ferrari-Mechaniker verletzt wurde.

Die Italiener setzten alles auf eine Karte: Sie befahlen dem vierfachen Weltmeister, draußen zu bleiben. Runde um Runde verloren Vettels Reifen an Haftung – und Bottas holte auf. Wenige Runden vor Schluss tauchte der Mercedes dann im Rückspiegel des Deutschen auf. Doch Vettel zitterte sich zum Sieg, wehrte Bottas ab und gewann auf komplett heruntergefahrenen Reifen den zweiten Saisonlauf. 

Lewis Hamilton betrieb mit dem Bronzerang mehr als nur Schadensbegrenzung. Mann des Rennens war jedoch Pierre Gasly. Dem jungen Toro-Rosso-Pilot gelang ein bärenstarker vierter Platz – und das mit dem seit Jahren stark kritisierten Honda-Motor. Nico Hülkenberg (Renault) beendete das Wüstenrennen auf einem ebenfalls starken sechsten Rang. In der Weltmeisterschaft führt Sebastian Vettel nun mit 50 Punkten vor Lewis Hamilton (33 Punkte) und Valtteri Bottas (22 Punkte). Bereits in einer Woche geht es mit dem Grand Prix in China weiter.