Der Formel-1-Saisonauftakt erfolgte traditionell auch in diesem Jahr im australischen Melbourne. Anstatt der heißen Temperaturen „Down Under" gab es zur Qualifikation allerdings nur eines: Regen. Zu viel Regen, weshalb sich die Rennleitung dazu entschloss, selbige aus Sicherheitsgründen abzubrechen und auf Sonntag zu verlegen. Den Saisonauftakt gewann überraschenderweise Kimi Räikkönen. Der kühle Finne war nicht nur schnell, sondern schonte die anfälligen Pirelli-Reifen mit seinem Lotus am besten.

„Multi 21"

Beim Grand Prix von Malaysia sorgte hingegen der dreifache Weltmeister Sebastian Vettel für viel Diskussionsstoff, als dieser kurz vor Schluss seinen Teamkollegen Mark Webber mit einem riskanten Manöver überholte. Der Heppenheimer missachtete dabei eine klare Anweisung seines Teams, die Webber im Anschluss „Multi 21" nannte. Ein interner Code, der besagen soll, dass der Wagen mit der Nummer 2 (Webber) das Rennen gewinnen darf, sofern dieser zur Rennhalbzeit führt. Rennfahrer sind eben doch Egoisten. Aber auch nur diese werden am Ende Weltmeister.

Ärger um den Pirelli-Gummi

Der diesjährige Reifen von Einheitsausstatter Pirelli sorgt bei allen Teams bis auf Ferrari und Lotus für Kopfzerbrechen. Zu schnell löst sich der Gummi auf. Insbesondere Red Bull beschwerte sich über die Pneus und forderte Änderungen. Der Dachverband der Formel 1 (FIA) hat sich hingegen gegen jegliche Änderungen ausgesprochen. Pirelli darf lediglich ein paar kleine Anpassungen aufgrund eines Sicherheitsbedenkens vornehmen.

Red Bull und insbesondere Mercedes, die ebenfalls stark unter den abbauenden Reifen leiden, müssen somit eine eigene Lösung für das Problem finden. In Barcelona stoppte Vettel während dem Rennen viermal. Zu viel, sagt Red Bull. Dabei gewann Vettel 2011 den Grand Prix von Spanien mit exakt der gleichen Anzahl an Stopps.

Wie geht es weiter?

Die Weltmeisterschaft wird in diesem Jahr deshalb an den Fahrer gehen, der nicht nur schnell ist, sondern auch behutsam mit den Reifen umgeht. Zwar führt Sebastian Vettel mit 89 Punkten die Weltmeisterschaft an. Seine zwei stärksten Konkurrenten Kimi Raikkönen (85 Punkte) und Fernando Alonso (72 Punkte) besitzen derzeit allerdings das stärkste Gesamtpaket.Bereits jetzt lässt sich somit von einem Dreikampf um die diesjährige F1-Krone sprechen.

Beim Prestige-Grand-Prix am jetzigen Wochenende in Monaco sollten die Pirelli-Gummis jedoch keine allzu tragende Rolle spielen. Stattdessen trennen sich im monegassischen Leitplanken-Dschungel die kleinen Jungs von den echten Männern.