Erstmals seit 2001 wird in Monte Carlo wieder in Rot gefeiert: Sebastian Vettel gewann souverän einen über weite Strecke statischen Grand Prix in den engen Straßen des Fürstentums. Der Ferrari-Pilot bezwang seinen von der Poleposition gestarteten Teamkollegen Kimi Räikkönen sowie Red-Bull-Mann Daniel Ricciardo.

Ausschlaggebend für den Erfolg war eine bessere Strategie des Deutschen gegenüber seinem finnischen Teamkollegen. Letzterer gewann zwar den Start, kam allerdings deutlicher früher als Vettel zum Reifenwechsel in die Boxengasse. Bei freier Fahrt konnte der vierfache Weltmeister anschließend einige Zauberrunden in den Asphalt brennen. Als er sich in der 40. Runde letztlich neue Pirelli-Schlappen aufzog, kam er mit nur wenigen Metern Vorsprung vor Raikkönen wieder auf die Strecke zurück – und setzte sich sofort vom Finnen ab. Dahinter nutzte Red Bull eine ähnliche Strategie wie Ferrari, indem sie Daniel Ricciardo ebenfalls länger draußen ließen, um so an Mercedes-Pilot Valtteri Bottas vorbeizukommen. Ein enttäuschendes Wochenende erlebte wiederum dessen Teamkollege Lewis Hamilton. Nach einer vermasselten Qualifikation musste der Brite von Startplatz 13 ins Rennen gehen. Am Ende wurde er Siebter.

Für eine wahrhaftige Schrecksekunde sorgte Pascal Wehrlein (Sauber). Der Deutsche wurde von Jenson Button (McLaren) eingangs des Tunnels am Hinterreifen übertroffen. Der eigentliche Formel-1-Rentner sprang einmalig für Fernando Alonso ein, der in Kooperation mit McLaren und Honda bei den legendären Indianapolis 500 an diesem Wochenende antritt. Bei dem Unfall überschlug sich Wehrlein und krachte seitlich mit dem Überrollbügel in die Streckenbegrenzung, weshalb 18 Runden vor Schluss das Safety Car auf die Strecke kam. Glücklicherweise konnte der Deutsche ohne sichtbare Verletzungen geborgen werden. Für Nico Hülkenberg (Renault) verlief der Prestige-Grand-Prix ebenfalls unglücklich: Nach nur 16 Runden gab dessen Getriebe den Geist auf.

Mit seinem zweiten Monaco-Sieg nach 2011 konnte Sebastian Vettel seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft weiter ausbauen. In dieser führt er nun mit 129 Punkten vor Lewis Hamilton, der nach seinem bisher schwächsten Saisonresultat 104 Punkte auf dem Konto hat. In zwei Wochen begibt sich der Formel-1-Zirkus zum kanadischen Grand Prix nach Montreal.