Befindet sich die Formel 1 in einer Identitätskrise? Am Rande des Grand Prix in Bahrain fand Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone harte Worte für die Königsklasse des Motorsports. Zwar lobte der Brite den technologischen Fortschritt, hetzte gleichzeitig aber über die viel zu leisen Turbo-Motoren, die eher in den Tourenwagen-Sport passen. Für die Fans sei die jetzige Formel 1 nicht akzeptabel, so Ecclestone.

Mit seinen Worten reiht sich der Chefvermarkter in die Reihe von immer lauter werdenden Kritikern aus dem Fahrerlager ein. So beschwerten sich Ferrari-Besitzer Luca di Montezemolo und dessen Rivale aus dem Red-Bull-Lager, Dietrich Mateschitz, über den maximalen Benzinverbrauch von 100kg pro Rennen, was für die Fans zu kompliziert sei und die Rennen zu Taxifahrten verkommen lasse. Auch von den Fahrern sind kritische Stimmen zu hören. Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel verglich die Akustik der aktuellen Aggregate beispielsweise mit Staubsaugern.

Für solche Aussagen gab es von FIA-Boss Jean Todt auch gleich einen auf die Finger, der in den Aussagen der Kritiker insbesondere Eigennutz sieht. So sei es nicht verwunderlich, dass Red Bull und Ferrari bei ihrer jetzigen Performance am lautesten schreien. Der Franzose sieht eines der Hauptprobleme derweil in der Finanzierung. Nur eine Handvoll Teams können die aktuell immensen Kosten stemmen, die Anderen befinden sich am Existenzminimum. Eine Budgetobergrenze von 150 Millionen Euro pro Team soll also her. Doch da wollen die einstigen Befürworter der großen Rennställe plötzlich nicht mehr mitmachen.

Regeländerungen seien dennoch möglich, so Todt. Derzeit suche man einer Möglichkeit, die Lautstärke der Motoren zu erhöhen. Eine Entscheidung könnte der Automobil-Weltverband FIA diesbezüglich bereits am Freitag fällen. 

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Quelle: Süddeutsche