Ein Angriff, ein geglücktes Überholmanöver, eine glückliche Ferrari-Mannschaft. Mit einem souveränen Sieg meldete sich Sebastian Vettel im belgischen Spa-Francorchamps aus der Sommerpause zurück. In einem relativ ruhigen Rennen verwies der Deutsche seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton (Mercedes) sowie Red-Bull-Youngster Max Verstappen auf die übrigen Podiumsplatzierungen.

Nach der Qualifikation am Samstag jubelte noch Lewis Hamilton, der bei regnerischen Bedingungen auf die Pole-Position schwamm. Seine Freude sollte allerdings lediglich zwei Kurven anhalten. Denn direkt nach dem Start nutzte Ferrari-Mann Vettel konsequent den Windschatten auf der langen Geraden nach der Mutkurve Eau Rouge aus, um sich am Silberpfeil von Hamilton vorbeizuquetschen.

Der Angriff kam genau zum richtigen Moment, denn keine Sekunde später neutralisierte die Rennleitung das Feld mit dem Safety Car. Der Grund: Ein heftiger Startunfall, bei dem Fernando Alonso (McLaren) von Nico Hülkenberg (Renault) torpediert wurde und über den Sauber-Boliden von Charles Leclerc flog.

Die in diesem Jahr installierte Halo-Schutzvorrichtung verrichtete dabei ihren Dienst und schützte den Kopf des Monegassen. Quasi als Kettenreaktion rauschte zudem Daniel Ricciardo (Red Bull) ins Heck Kimi Räikkönens (Ferrari). Beide Piloten mussten aufgrund der dabei entstandenen Schäden ihr Rennen vorzeitig beenden.

Nach dem Neustart zog Sebastian Vettel umgehend von Lewis Hamilton davon. Gefährlich wurde der Brite lediglich in der 21. Runde, als er sich am sogenannten Undercut versuchte, bei dem er vor dem Deutschen zum Reifenwechsel hereinkam. Zwar konnte der Mercedes-Pilot den Abstand zunächst verkürzen. Nach dem bereits einen Umlauf später durchgeführten Boxenstopp konnte Sebastian Vettel diesen aber wieder sukzessive vergrößern.

Hamilton blieb somit chancenlos und musste sich letztlich mit dem zweiten Platz begnügen. Für das wohl größte Kuriosum am Wochenende sorgte derweil das ehemalige Force-India-Team, das dank der Übernahme durch den Vater von Williams-Pilot Lance Stroll vor dem Bankrott gerettet wurde und gezwungenermaßen seinen Namen in Racing Point Force India wechselte. Der Zusatz Force India musste beibehalten werden, da der eingesetzte Wagen diesen Namen trägt.

Als bürokratisch neues Team musste man zudem alle bisher in diesem Jahr gesammelten Konstrukteurspunkte abgeben. Mit dem fünften sowie sechsten Platz von Esteban Ocon und Sergio Perez sackte man jedoch beim „Debüt“ gleich mehrere wichtige Zähler ein.

Mit seinem fünften Saisonsieg robbte sich Sebastian Vettel (214 Punkte) um 17 Punkte an Tabellenführer Lewis Hamilton (231 Punkte) heran. Bereits am kommenden Wochenende geht der WM-Kampf in die nächste Runde. Dann reist der Formel-1-Zirkus zur Highspeed-Schlacht ins italienische Monza.