Regen-Chaos und vier Safety-Car-Phasen: Der Große Preis von Deutschland in Hockenheim bot alles, was man sich für ein Formel-1-Rennen wünschen konnte. Max Verstappen (Red Bull Racing) strotzte den Wetterkapriolen am besten und fuhr seinen siebten Karriereerfolg ein. Sebastian Vettel (Ferrari) kämpfte sich von Platz 20 auf den zweiten Rang vor. Daniil Kwjat (Toro Rosso) komplettierte das Podium. Das Heimspiel von Mercedes endete hingegen im Scherbenhaufen.

So hatte sich Mercedes die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Motorsport-Jubiläum nicht vorgestellt. Mit einer Sonderlackierung ging WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton von der Pole-Position aus ins Rennen. Anders als in der Vergangenheit entschied sich die Rennleitung, trotz des starken Regens, dieses nicht hinter dem Safety Car zu starten. Stattdessen erhielten die Piloten mehrere Einführungsrunden, um anschließend stehend zu starten. Hamilton verteidigte seine Führung zunächst souverän. Nach bereits drei Runden wurde er allerdings durch die ersten von insgesamt vier Safety-Car-Unterbrechungen eingebremst, da Sergio Perez (Racing Point) abflog. Die Situation nutzte Sebastian Vettel, um von den Regenreifen auf die Intermediates zu wechseln. Der Ferrari-Pilot musste nach einem technischen Defekt von Platz 20 starten, gewann am Start aber bereits fünf Positionen. Das restliche Feld übernahm Vettels Strategie.

Es dauert nicht lange, bis sich eine trockene Linie auf dem Asphalt bildete. Abermals waren es Sebastian Vettel sowie Haas-Fahrer Kevin Magnussen, welche die Gelegenheit nutzten, um auf die Slick-Reifen zu wechseln. Kurze Zeit darauf entschlossen sich die anderen Mannschaften, es ihnen gleichzutun. Zu jenem Zeitpunkt hatte Lewis Hamilton das Rennen unter Kontrolle. Die Pleiten und Pannen der Silberpfeile sollten allerdings beim Einsetzen eines weiteren Regenschauers ihren Anfang nehmen. Auslöser war Charles Leclerc, der seinen Ferrari-Boliden in der vorletzten Kurve in der Streckenbegrenzung versenkte. 

Das Motodrom war besonders rutschig. Das bekam auch Spitzenreiter Hamilton zu spüren, als er just an der gleichen Stelle abflog, aber lediglich mit Schaden an seinem Frontflügel davonkam. Da er anschließend jedoch zum Notstopp falsch in die Boxengasse abbog, bekam er zusätzlich noch eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Diese rächte sich bei der dritten Safety-Car-Phase – ausgerechnet ausgelöst von Nico Hülkenberg (Renault), der auf Podiumskurs verunfallte –, als er wie das restliche Feld zum erneuten Wechsel auf die Intermediate-Pneus hereinkam – und so aus den Punkten flog. Max Verstappen behielt dagegen einen kühlen Kopf, profitierte vom Missgeschick seiner Konkurrenten, wechselte im richtigen Zeitpunkt auf die korrekten Reifen und übernahm die Führung, die er auch bis zum Ende nicht mehr abgab.

Dahinter blieb es jedoch spannend. Zum einen pflügte Sebastian Vettel durchs Mittelfeld auf die Spitzenpositionen. Zum anderen vollendete Valtteri Bottas das Mercedes-Debakel, als er bei der Verfolgung von Max Verstappen in Kurve eins abflog und in den Reifenstapel krachte. Just an der gleichen Stelle rutschte wenige Runden zuvor auch Lewis Hamilton heraus. Der Brite konnte nach einer 360-Grad-Drehung aber unbeschädigt weiterfahren. Dadurch musste das Sicherheitsfahrzeug zum letzten Mal auf die Strecke rollen. Beim Fünf-Runden-Schlussspurt setzte Sebastian Vettel dann alles auf eine Karte, krallte sich zunächst den Bronze- und anschließend auch den Silberrang von Toro-Rosso-Pilot Daniil Kwjat, der erst das zweite Podiumsresultat für die italienische Mannschaft einfuhr.

Trotz der Nullnummer führt Lewis Hamilton weiterhin die Weltmeisterschaft mit 223 Punkten vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas (184 Punkte) sowie Max Verstappen (162 Punkte) und Sebastian Vettel (141 Punkte) an. Bereits nächsten Sonntag gastiert die Formel 1 mit dem letzten Rennen vor der Sommerpause im ungarischen Budapest.