113 Rennen nach seinem letzten Sieg gewann Kimi Räikkönen erstmals wieder einen Formel-1-Grand-Prix. Beim amerikanischen Gastspiel in Austin setzte sich der Ferrari-Pilot gegen Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes) durch – und half dabei seinem Teamkollegen Sebastian Vettel aus, indem er die WM-Entscheidung vertagte. Der Deutsche verpasste nach einer abermaligen Startkollision das Podium auf dem vierten Platz.

Bereits am Start machte Kimi Räikkönen seine Siegesambitionen deutlich, als er konsequent die Führung von Polesitter Lewis Hamilton übernahm. Dahinter versuchte Sebastian Vettel durchs Feld zu pflügen, nachdem in der Startaufstellung um drei Plätze nach hinten versetzt wurde. Während der Trainingssitzungen am Freitag hatte der Ferrari-Pilot, als eine rote Flagge gewunken wurde, nicht genügend Geschwindigkeit auf dem Weg in die Boxengasse herausgenommen. 

Vettels Schub nach vorne nahm zunächst jedoch ein vorzeitiges Ende, als er abermals mit einem Red Bull kollidierte. Dieses Mal war Daniel Ricciardo sein Gegenspieler, den Vettel beim Überholversuch berührte und sich anschließend wegdrehte. Der Australier konnte unbeschädigt weiterfahren, musste seinen Boliden wegen eines technischen Defekts neun Runden später aber vorzeitig abstellen.

Der Ausfall sorgte für eine virtuelle Safety-Car-Phase, die Lewis Hamilton für einen Reifenwechsel ausnutzte. Mit frischem Gummi nahm er anschließend die Verfolgung auf Kimi Räikkönen auf. In Runde 22 kam es zu einem intensiven Duell der beiden Kontrahenten, bei dem der Finne jedoch vorzeitig den Handschuh warf, um ebenfalls zum Reifenwechsel hereinzukommen. Anschließend hatte der WM-Aspirant freie Fahrt – und nutzte diese zunächst zu seinen Gunsten aus. 

Es war allerdings klar, dass Hamiltons Pirelli-Reifen nicht bis zum Ende durchhalten würden, weshalb Mercedes seinen Schützling in Runde 38 zu einem weiteren Wechsel beorderte. Dadurch übernahm Kimi Räikkönen wieder die Führung, während der Brite auf den vierten Platz zurückflog. Sternenkollege Valtteri Bottas machte nach entsprechender Anweisung brav Platz, wodurch Hamilton die Verfolgung auf Max Verstappen aufnahm. 

Der Red-Bull-Youngster musste nach einem Schaden in der Qualifikation vom 18. Platz ins Rennen, pflügte jedoch mit einer Wahnsinnsvorstellung bis auf den zweiten Platz nach vorne. Am Niederländer sollte sich letztlich Hamilton die Zähne ausbeißen, der wiederum hinter dem Ferrari von Kimi Räikkönen festhing. In einer spannenden Dreierformation düsten die Spitzenreiter in den finalen Runden um den Kurs. 

Dahinter robbte sich Sebastian Vettel nach seiner eigenen Aufholjagd an Valtteri Bottas heran und erkämpfte sich den vierten Rang. Damit war die mögliche vorzeitige Titelentscheidung zu Gunsten von Lewis Hamilton vorerst vertagt. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Auch wenn Lewis Hamilton (346 Punkte) noch nicht in den USA seinen fünften Weltmeistertitel bejubeln konnte, führt er die Tabelle mit nun 70 Punkten vor seinem Rivalen Sebastian Vettel (276 Punkte).

Der Deutsche müsste nun alle verbleibenden drei Rennen gewinnen und auf großes Pech des Briten hoffen, um noch eine mathematische Chance auf den Titel zu haben. Zum nächsten Matchball wird bereits am kommenden Wochenende aufgeschlagen. Dann gastiert die Formel 1 in Mexiko.