Während der eine jubelte, wurde dahinter heftig geflucht und diskutiert: Lewis Hamilton (Mercedes) gewann vor atemberaubender Kulisse den Großen Preis von Mexiko vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg und Daniel Ricciardo (Red Bull). Der Sieg geriet aber fast in Vergessenheit, da ein kontroverses Manöver zwischen Max Verstappen (Red Bull) und Sebastian Vettel für viel Stunk und lange Diskussionen sorgte.

In einem größtenteils unspektakulären Rennen setzte sich Hamilton am Start gegenüber seinen deutschen Silberpfeilkollegen durch, verbremste sich jedoch vor Kurve eins und schlitterte durchs Gras. Dahinter musste sich Rosberg gegen Red-Bull-Youngster Verstappen wehren, der den Deutschen leicht am Reifen berührte. Rosberg wich anschließend ebenfalls übers Gras aus. Dahinter knallte es zwischen Lokalmatador Esteban Gutierrez (Haas), Marcus Ericsson (Sauber) und Pascal Wehrlein (Manor), der als Leidtragender mit einem beschädigten Fahrzeug ausfiel. Besser lief es hingegen für Nico Hülkenberg (Force India), der nach einer Kollision mit Kimi Räikkönen (Ferrari) Siebter wurde.

Kontrovers und hitzig wurde es erst wenige Runden vor Schluss, als Sebastian Vettel im Kampf um den letzten Podiumsplatz den Druck auf Max Verstappen erhöhte. Der Niederländer verbremste sich und rauschte wie zu Beginn Hamilton durchs Gras von Kurve eins. Was folgte, waren mehrere sehr emotionale Funksprüche seitens des Ferrari-Fahrers, der wegen des daraus entstandenen Vorteils die Platzierung von Verstappen forderte. Dieser dachte jedoch nicht daran, seine Position kampflos herzugeben. Die Entscheidung der Rennleitung, die Untersuchung erst nach Rennende durchzuführen, tat ihr Übriges. Dies erlaubte Daniel Ricciardo (Red Bull) zu den Streithähnen aufzuschließen. In einem beherzten Manöver bremste er sich hart neben Vettel, der, anders als vom Reglement erlaubt, die Tür innerhalb der Bremszone leicht, wenn auch nicht gänzlich, schloss. Dadurch konnte sich der vierfache Weltmeister vor dem Australier ins Ziel retten. Dort zeigte er Verstappen den erbosten Zeigefinger, der diesen mit einer ausgestreckten Faust quittierte.

Die Entscheidung der Rennleitung kam zügig: Max Verstappen erhielt für sein Abkürzen eine Fünf-Sekunden-Strafe, wodurch er auf die fünfte Position hinter seinen Teamkollegen zurückfiel. Damit war die Entscheidung jedoch noch lange nicht in Stein gemeißelt. Die Diskussionen gingen nämlich auch noch der Podiumszeremonie noch lange weiter, insbesondere ob Verstappen wie auch zuvor Hamilton mit einem blauen Auge hätte davonkommen sollen. Zugleich erhob Red Bull Einspruch gegen das Manöver von Vettel gegenüber Ricciardo. Dieses erinnerte nämlich an jene des Niederländers, über die sich der Deutsche mehrfach dieses Jahr lautstark beschwerte. Die Aktion kommentierte der 19-Jährige trocken: „Vettel kann es einfach nicht so gut wie ich.“ Letztlich belegten die Rennkommissare Vettel mit einer Zehn-Sekunden-Strafe, womit der Ferrari-Pilot hinter die beiden roten Bullen auf Platz fünf zurückflog. Erhitzte Gemüter also beim Mexiko-Grand-Prix, über dessen Ausgang wie auch Strafen wohl noch lange diskutiert wird.  

Da rückte der Weltmeisterschaftskampf schon fast in den Hintergrund. Zwar konnte Lewis Hamilton (330 Punkte) den Abstand auf Nico Rosberg (349 Punkte) verkürzen. In bereits zwei Wochen kann der Deutsche im vorletzten Saisonrennen jedoch bereits seinen ersten Matchball versenken. Sollte Rosberg in Brasilien gewinnen, wäre er automatisch zum ersten Mal Weltmeister.

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