Wer nichts kann, kann immer noch die mit Dreck bewerfen, die etwas vollbracht haben. Umso verwunderlicher, wenn es jemand tut, der selbst auf dem Gipfel des Erfolges steht. Die Rede ist von niemand Geringerem als der Formel-1-Größe Lewis Hamilton, der in dieser Saison bislang groß aufgetrumpft hatte, sich in Mexiko jedoch von seiner schlechtesten Seite zeigte.

Der Mercedes-Pilot ließ kaum ein gutes Haar an Konkurrenten und dem eigenen Team. Nach dem überragenden Sieg seines Kollegen Nico Rosberg von einem Sponsor am Rande des Großen Preises von Mexiko interviewt, fiel Hamilton durch verwirrende und mehrdeutige Sticheleien auf – und zwar ausgerechnet gegen Michael Schumacher:

„Ich habe nie die Dinge getan, die Michael getan hat, um Titel zu gewinnen. Ich habe eher durch meine natürlichen Fähigkeiten gewonnen", so Hamilton, der bereits wenige Monate nach Schumis schwerem Skiunfall 2014 durch eine herablassende Äußerung aufgefallen war. Es überrascht wenig, dass Schumachers Fanclub zu Hamiltons erneuten nebulösen Herabwürdigungen umso deutlichere Worte findet. Gegenüber dem Express ließ der Clubvorsitzende Reiner Ferling keinen Zweifel an seiner Position: „Wahrscheinlich schaltet Hamilton sein Hirn nicht ein, bevor er redet. Er müsste doch wissen, was Michael geleistet hat. [...] Hochmut kommt vor dem Fall.“

Vettel verehrt Schumacher als Helden

Ein Licht auf Hamiltons Aussagen könnte die Tatsache werfen, dass einige andere Motorsportgrößen angesichts des Großen Preises von Mexiko Schumachers Leistungen wieder ins Gedächtnis gerufen hatten. 1992 hatte Schumacher in Mexiko zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Treppchen gestanden, und das gerade mal in der zweiten F1-Saison seines Lebens. Unter denen, die lobend erinnerten: Jean Todt, der lange als Schumis Teamchef bei der Scuderia fungiert hatte. Auch Sebastian Vettel, der Schumacher als seinen Helden bezeichnet, ließ es sich nicht nehmen, mit einem Bild des siebenfachen Weltmeisters auf seinem Helm zu fahren.

Es war neben dem historischen Austragungsort wohl auch Hamiltons dritter Titelgewinn, sein Erfolg während der gesamten Saison, der für unvermeidliche Vergleiche zwischen ihm und Schumacher gesorgt hatte:

„Es war interessant: Letzte Woche bei Lewis Hamiltons drittem Titel sah ich die Zahlen wieder, die Vergleiche zwischen Lewis und ihm. Ich bin sehr stolz auf Michael“, so Todt. „Manchmal vergessen wir, was er Großartiges erreicht hat. Er kämpft weiter.“

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