Schachspiel in Mexiko: Lewis Hamilton (Mercedes) gewann einen sehr taktisch geprägten Grand Prix in Mexiko und machte dabei einen großen Schritt gen Weltmeisterschaft. Sebastian Vettel (Ferrari) erkämpfte sich den Silberrang vor dem zweiten Silberpfeil von Valtteri Bottas.

Der mexikanische Grand Prix hatte alle Zutaten zu einem köstlichen Mahl. Am Ende wollte das Soufflé aber nicht aufgehen. Dies dürfte insbesondere Ferrari wurmen, die nach einer Strafe von Max Verstappen (Red Bull) die erste Startreihe erbten. Pole-Setter Charles Leclerc machte dementsprechend auch das Beste aus der Situation – und verteidigte die Spitzenposition gegenüber seinem Teamkollegen Sebastian Vettel beim Sprint zur ersten Kurve. 

Dahinter kamen sich Lewis Hamilton und Max Verstappen in die Quere. Beide Duellanten berührten sich und schossen über die Wiese. Der junge Niederländer zog dabei den Kürzeren, da er sich bei der Aktion einen Reifenschaden einfuhr, der ihn zunächst bis ans hintere Feld warf. Mit einer starken Performance kämpfte sich der Österreich-Sieger am Ende aber noch auf die sechste Position zurück.

An der Spitze kontrollierte zunächst Ferrari das Rennen. Anders als Sebastian Vettel setzte Charles Leclerc jedoch auf eine Zwei-Stopp-Strategie, weshalb er bereits in Runde 16 zum ersten Boxenstopp hereinkam. Der Schachzug sollte nicht aufgehen, da er am Ende das Podium auf dem vierten Platz verpasste. Fortan kontrollierte Vettel das Rennen. Auch die Boxenstopps von Lewis Hamilton in Runde 24 sowie von dessen Teamkollegen Valtteri Bottas (Runde 36), der nach einem Unfall im Qualifying von Platz sechs in Rennen ging, schienen ihn und Ferrari zunächst nicht zu beeindrucken.

Hamilton hatte hingegen seine sichtlichen Zweifel an der Strategie. Per Funk hinterfragte er die Entscheidung seines Teams, bereits so früh zu stoppen, da ein großes Fragezeichen hinter der Haltbarkeit der Reifen stand. Sebastian Vettel konnte derweil 13 Runden länger als Hamilton draußen bleiben, flog nach seinem Gummitausch aber logischerweise hinter den WM-Spitzenreiter zurück. Ferrari ging davon aus, dass Hamiltons Reifen zum Ende hin einbrechen würden. Der erwartete Abbau der Pneus trat jedoch nicht ein. Stattdessen cruiste Hamilton an der Spitze, die Lebensdauer seiner Pirellis kontrollierend. 

Sebastian Vettel musste hingegen seinen Fokus auf die Seitenspiegel legen, in denen der Silberpfeil von Valtteri Bottas auftauchte. Den Druck auf Vettel erhöhend, konnte Letzterer den Abstand zu Hamilton nur bedingt verringern. Auch wenn die ersten beiden Plätze am Ende nur rund zwei Sekunden trennten – eine wirkliche Gefahr bestand für Hamilton nicht. Somit konnte er erstmals das Rennen in Mexiko gewinnen und den 100. Triumph für Mercedes als Hersteller einfahren. 

Nico Hülkenberg (Renault) war derweil auf dem Weg zu Platz neun, bis ihn Daniil Kwjat (Toro Rosso) in der allerletzten Runde in die Streckenbegrenzung torpedierte. Ohne Heckflügel humpelte der Deutsche noch über die Ziellinie. Dabei erbte er den zehnten Platz, da Kwjat wegen der Aktion von der Rennleitung bestraft wurde.

Mit dem Bronzerang konnte Valtteri Bottas (289 Punkte) die WM-Entscheidung auf nächstes Wochenende vertagen. Beim Großen Preis der USA im texanischen Austin benötigt Lewis Hamilton (363 Punkte) aber lediglich vier Pünktchen mehr als sein finnischer Stallgefährte, um seinen sechsten Weltmeistertitel zu feiern.