Zwei weitere dicke Patzer von Ferrari und Sebastian Vettel sowie eine abermalige dominante Vorstellung von Mercedes öffneten den Weg für Lewis Hamilton. Mit seinem neunten Saisonsieg holte sich der Silberpfeil-Pilot beim Grand Prix in Japan zugleich den ersten Matchball, als er seinen Teamkollegen Valtteri Bottas sowie Red-Bull-Mann Max Verstappen auf die verbleibenden Podiumsplätze verwies. Sebastian Vettel wurde nach einem Unfall nur Sechster.

Jubel bei Mercedes, Frust bei Ferrari. Bereits am Samstag in der Qualifikation kam die Scuderia den Sternenkriegern mit einem gewaltigen Fauxpas entgegen, als man die Streckenbedingungen falsch einschätzte und die eigenen Schützlinge mit den falschen Reifen auf die Zeitenjagd schickte. 

Als zum Ende dann auch noch ein weiterer Regenguss einsetzte, fand sich Sebastian Vettel lediglich auf dem neunten Startplatz wieder, während Lewis Hamilton die nunmehr 80. Pole-Position seiner Karriere einfuhr. Dies öffnete letztlich den Weg zu einem entspannten Start- und Zielsieg Hamiltons. 

Dahinter entwickelte sich allerdings ein durchaus unterhaltsames Rennen. Bereits zum Start ließ Sebastian Vettel keine Zweifel aufkommen, dass er trotz seines riesigen Punkterückstandes noch ein Wörtchen im Titelkampf mitreden wollte, indem er sich bereits in der Eröffnungsrunde auf den vierten Platz nach vorne arbeitete. Dabei profitierte er auch von einem Techtelmechtel zwischen Max Verstappen sowie Ferrari-Teamkollege Kimi Raikkönen, als sich der Niederländer in der Schikane verbremste, beim Wiedereinfädeln auf der Strecke leicht mit dem Finnen kollidierte und diesen von der Strecke drängte. 

Vettel bedankte sich und zog so an seinem Stallgefährten vorbei. Für die Aktion verhängte die Rennleitung Verstappen eine Fünf-Sekunden-Strafe, der allerdings trotzdem den Bronzerang behielt und am Ende gar noch Druck auf Valtteri Bottas ausüben konnte. Dahinter riss Kevin Magnussen (Haas-F1) in einem gefährlichen Manöver die Tür vor Charles Leclerc (Sauber) zu, der in das Heck des Dänen knallte und ihm dabei den Reifen aufschlitzte. Wegen des über den ganzen Kurs verteilten Karbonschrotts wurde das Rennen zunächst mit dem Safety Car neutralisiert. 

Direkt nach dem Neustart in der achten Runde griff Sebastian Vettel umgehend nach Max Verstappen, krachte bei einem über-ambitionierten Manöver in der Löffelkurve jedoch seitlich in den Red-Bull-Boliden und drehte sich hinaus. Dadurch fiel der gebürtige Heppenheimer zunächst bis auf die letzte Position zurück, konnte trotz der beim Unfall zugezogenen Beschädigungen jedoch eine weitere Aufholjagd starten, die letztlich auf der sechsten Position endete. 

Ähnlich erging es auch Daniel Ricciardo (Red Bull), der nach einem technischen Problem in der Qualifikation lediglich von Startplatz 15 ins Rennen ging, sich aber auf die vierte Position vorarbeitete. Dabei profitierte der Australier von einer weiteren Strategiepanne seitens Ferrari, die Kimi Räikkönen als ersten der Top-Piloten zu früh zum Reifenwechsel beorderten. Daraufhin flog der Finne zunächst ins Mittelfeld zurück, wo er im Verkehr zu viel Zeit auf die beiden roten Bullen verlor und somit lediglich Fünfter wurde. Nico Hülkenberg (Renault) schied wegen eines technischen Defekts nach 40 Runden hingegen vorzeitig aus.

Nach einem weiteren desaströsen Wochenende für Ferrari ist die Weltmeisterschaft nun endgültig nahezu entschieden. Bereits beim kommenden Grand Prix in den USA in zwei Wochen kann Lewis Hamilton (331 Punkte) vorzeitig seinen fünften Titel gewinnen. Hierfür benötigt er lediglich acht Zähler mehr Konkurrent Sebastian Vettel (264 Punkte).