Das Pech klebt Sebastian Vettel weiterhin an den Füßen: Auch beim Großen Preis von Japan in Suzuka schlug die Defekthexe am Ferrari des Deutschen zu. Anders als noch in Malaysia erwischte es ihn dieses Mal jedoch im Rennen, als eine Zündkerze den Geist aufgab. Somit war die Bahn für Lewis Hamilton (Mercedes) frei, der seinen nunmehr dritten Erfolg im Land der aufgehenden Sonne vor den beiden Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo feierte – und damit mit bereits einer Hand am Weltmeisterpokal hängt.

Besagtes Zündkerzen-Problem bemerkte Vettel nach der Einführungsrunde. Als er nach lediglich fünf Runden bereits mehrere Positionen verlor, blieb Ferrari nur die vorläufige Aufgabe. Es war nach dem Start-Crash in Singapur der bereits zweite kostspielige Ausfall Vettels. Dieser spielte selbstredend Lewis Hamilton in die Karten, der das Rennen seit der Eröffnungsrunde, die wegen eines Unfalls von Carlos Sainz (Toro Rosso) mit dem Safety Car unterbrochen werden musste, souverän kontrollierte. Druck erhielt er lediglich von Malaysia-Gewinner Max Verstappen. Dieser befand sich stets in Schlagdistanz, konnte aber erst zum Ende hin den Druck erhöhen.

Grund waren offenbare Vibrationen der Mercedes-Antriebseinheit, über die sich Hamilton beschwerte. Verstappen nutzte dies aus, um den Abstand zwei Runden vor Schluss zu reduzieren. Zu einer Attacke kam es jedoch nicht, da sowohl Fernando Alonso (McLaren) als auch Felipe Massa (Williams) die blauen Flaggen beim Überrunden ignorierten und damit dem Red-Bull-Jungspund im Weg standen. Auch für die restlichen Deutschen gab es nichts zu lachen in Japan: Nico Hülkenberg (Renault) musste auf aussichtsreicher Position wegen eines nicht mehr schließenden Heckflügels kurz vor Schluss aufgeben; Pascal Wehrlein (Sauber) kam auf Platz 15 ins Ziel.

In der Weltmeisterschaft führt Lewis Hamilton (306 Punkte) nun mit 59 Punkten vor Sebastian Vettel (247 Punkte). Beim Großen Preis in den USA am 22. Oktober schlägt der Brite damit zum ersten Matchball auf. Sollte er 16 Punkte mehr als Vettel holen, würde er sich vorzeitig den Titel sichern. Angesichts der derzeitig technischen Probleme Ferraris kein unrealistisches Szenario.