Alles ist größer in Texas. Das betraf vor allem auch die Eröffnungszeremonie zum Grand Prix der USA in Austin, als Michael Buffer die Fahrer einzeln, ähnlich einem Boxkampf, dem Publikum vorstellte. Im Rennen folgte dann wieder ein gewohntes Bild: Lewis Hamilton (Mercedes) gewann souverän zum bereits vierten Mal in Folge auf dem Circuit of the Americas. Die beiden Ferrari-Piloten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen komplettierten das Podium.

Hamiltons einziger Schönheitsfehler ereignete sich direkt am Start, als ihn Sebastian Vettel beim Sprint zur ersten Kurve überholte. Lange hielt die Freude über die Führung bei den Roten allerdings nicht. Bereits in der sechsten Runde konterte der deutlich schnellere Hamilton. Fortan dominierte der Brite das Rennen. Für Unterhaltung sorgte Daniel Ricciardo (Red Bull), der sich ein packendes Duell mit dem zweiten Silberpfeil von Valtteri Bottas lieferte. Auch dieser Zweikampf fand jedoch ein vorzeitiges Ende, als der Renault-Motor des Australiers den Geist aufgab. Knapp wurde es zwischen Vettel und Hamilton nach den Boxenstopps, durch die der gebürtige Heppenheimer zumindest kurzzeitig noch mal direkt an seinen Konkurrenten herankam.

Hamilton konterte jedoch und vergrößerte wieder den Abstand. Dies zwang Ferrari zu einer alternativen Strategie, als man ihren Schützling für einen zweiten Reifenwechsel hereinholte. Offenbar hoffte man, dass die Konkurrenz es ihnen gleichtun würde. Dieser Plan ging jedoch nicht auf. Stattdessen musste sich Vettel vom vierten auf den zweiten Platz zurückkämpfen, als er beim Manöver des Rennens in der ersten Kurve außen herum an Bottas vorbeizog.

Eine kuriose Szene ereignete sich im sogenannten „Cooldown-Room“ vor der Siegerehrung: So ging Max Verstappen (Red Bull) in einem konsequenten Überholmanöver an Kimi Räikkönen in der allerletzten Runde vorbei. Da er bei diesem Manöver jedoch abkürzte und die Strecke mit allen vier Reifen verließ, erhielt der Youngster wenige Minuten nach der Zieldurchfahrt eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Enttäuscht und fassungslos musste der Niederländer deshalb den Bronzerang an seinen finnischen Konkurrenten abgeben. Wenig erfreulich war das Rennen auch für Nico Hülkenberg (Rednault) und Pascal Wehrlein (Sauber). Währender letzterer nach einer Startkollision mit Kevin Magnussen (Haas) ausfiel, zwang Hülkenberg ein technischer Defekt zur Aufgabe.

Zwar konnte Sebastian Vettel mit seinem Silberrang die Weltmeisterschaftsentscheidung vertagen. Bereits kommende Woche in Mexiko kann Lewis Hamilton aber bereits den Sack zumachen, wenn er mindestens Fünfter wird. Die Ingenieure bei Mercedes durften hingegen bereits heute schon jubeln: Man wurde zum bereits vierten Mal vorzeitig Konstrukteursweltmeister.