Lewis Hamilton hat es geschafft: Der Brite hat seinen fünften Weltmeister-Titel mit einem vierten Platz beim Grand Prix in Mexiko geholt. Im Kampf um den Sieg hatte der Mercedes-Pilot allerdings nichts zu melden. Dieser ging an Red-Bull-Youngster Max Verstappen, der damit seinen Vorjahreserfolg vor den beiden Ferrari-Fahrern Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen wiederholte.

„Es war ein schreckliches Rennen“ lamentierte ein dennoch sichtbar glücklicher Lewis Hamilton nach der Zieldurchfahrt. Tatsächlich stellte Mercedes an diesem Wochenende lediglich die dritte Kraft dar. Grund hierfür waren abermals die Pirelli-Reifen, die nach den ersten Trainingssitzungen wegen ihres zu hohen Verschleißes von allen Fahrern stark kritisiert wurden. Am stärksten traf es ausgerechnet die Sternenkrieger, bei denen sich der Gummi bereits nach wenigen Runden abbaute.

So musste Lewis Hamilton zweimal zum Boxenstopp hereinkommen. Teamkollege Valtteri Bottas (Platz fünf) wechselte gar dreimal die Schlappen. Dabei sah es am Start noch anders aus. Von Startplatz drei kommend, griff Hamilton beim Sprint zur ersten Kurve direkt nach der Führung, musste sich letztlich aber zunächst auf dem Silberrang einordnen. Polesetter Daniel Ricciardo (Red Bull) erlebte mit zu stark durchdrehenden Hinterreifen einen katastrophalen Start – und flog auf die dritte Position zurück. 

Stattdessen ging Max Verstappen in Führung. Der Niederländer spulte seine Runden wie ein Schweizer Uhrwerk ab. Lediglich bei seinem ersten von zwei Boxenstopps in der 13. Runde gab er diese kurzzeitig an Sebastian Vettel ab. Ähnlich Hamilton haderte auch der Deutsche mit seinen Reifen, konnte von der vierten Position kommend aber dennoch den Druck auf seinen WM-Rivalen sowie Daniel Ricciardo erhöhen. 

Als in der 31. Runde das virtuelle Safety Car wegen des mit einem technischen Defekt gestrandeten Renaults von Carlos Sainz aktiviert wurde, gingen Lewis Hamilton, Sebastian Vettel sowie der führende Max Verstappen auf Nummer sicher, indem sie sich zum zweiten Mal frische Reifen aufzogen. Einzig Daniel Ricciardo blieb draußen. Schnell robbte sich Vettel wieder an den Australier heran, nachdem er ihn wenige Runden zuvor bereits schon einmal auf der Strecke überholte. 

Dieses Mal musste der Red-Bull-Pilot den Silberrang jedoch kampflos abgeben: Zehn Runden vor Schluss suchte ihn abermals die Defekthexe heim. Dies löste leichte Panik am Kommandostand der Bullen aus, weshalb man vorsichtshalber die Motorleistung von Max Verstappen reduzierte, auch weil der Abstand zum Zweitplatzierten Vettel groß genug war. Somit sicherte sich der junge Niederländer seinen fünften Karriereerfolg. 

Nico Hülkenberg (Renault) kam auf dem sechsten Platz ins Ziel. Mit seinem nunmehr fünften Weltmeister-Titel zog Lewis Hamilton mit der argentinischen Formel-1-Legende Juan Manuel Fangio gleich. Lediglich ein Fahrer konnte häufiger gewinnen: Michael Schumacher mit insgesamt sieben Titeln. An solch einen Rekord wollte Lewis Hamilton nach dem Rennen gar nicht erst denken. „Ich muss das Alles erst mal realisieren“, erklärte er mit einem dicken Grinsen im Fernseh-Interview. 

Sebastian Vettel gab sich sichtlich enttäuscht, zollte seinem WM-Rivalen allerdings großen Respekt. Trotz der vorzeitigen Entscheidung ist die Formel-1-Saison noch nicht beendet. In zwei Wochen gastiert die selbsternannte Königsklasse des Motorsports zum vorletzten Saisonlauf in Brasilien. Dort werden Mercedes (585 Punkte) und Ferrari (530) um den für die Teams ebenfalls wichtigen Konstrukteurs-Titel kämpfen.