Das gab es in Singapur noch nie: Erstmals regnete es zum Start des spektakulären Nacht-Grand-Prix im Leitplanken-Dschungel des asiatischen Stadtstaates. Und ausgerechnet zu dieser Premiere krachte es direkt beim Sprint auf die erste Kurve. Involviert waren die beiden Ferrari von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen sowie Red-Bull-Youngster Max Verstappen, die sich zu dritt nebeneinander gegenseitig ins Auto fuhren, als der Deutsche etwas zu forsch auf die Spur seiner beiden Kontrahenten zog. Nutznießer des dramatischen Startunfalls war Lewis Hamilton, der von der fünften Positionen aus kommend unbeschadet die Führung übernahm – und bis zum Ende auch nicht mehr abgab.

Insbesondere für Sebastian Vettel hatte der Startunfall schwerwiegende Folgen. Denn ausgerechnet auf der Paradestrecke der Scuderia, auf der man erneut die WM-Führung übernehmen wollte, musste man nun eine bittere Nullrunde hinnehmen. Lachende Gesichter derweil bei Mercedes, die nach einer katastrophalen Qualifikation am Sonntagmorgen noch von Schadensbegrenzung sprachen, nun aber den Vorsprung weiter ausbauen konnten.

Druck erhielt Lewis Hamilton lediglich von Daniel Ricciardo (Red Bull), dessen Angriffe er jedoch zu jeder Zeit problemlos abwehren konnte. Dahinter tobte ein munteres Rennen auf der nur langsam abtrocknenden Strecke. Insgesamt dreimal musste das Safety Car ausrücken, um das Feld wegen verunfallter Fahrzeuge zu neutralisieren. Dies sorgte auch dafür, dass die maximal erlaubte Renndauer von zwei Stunden erreicht wurde. Neben Vettel gingen auch die weiteren Deutschen leer aus: Pascal Wehrlein (Sauber) kam nach einer falschen Strategie nicht über den zwölften Platz hinaus. Nico Hülkenberg (Renault) hatte hingegen für einen Großteil des Rennens Chancen auf das Podium. Ein Hydraulik-Problem zwang ihn kurz vor Schluss jedoch zur Aufgabe.

Bedingt durch Sebastian Vettels Nullrunde führt Lewis Hamilton (263 Punkte) nun mit 28 Zählern Vorsprung die Weltmeisterschaft an. In einem engen Titelkampf, der womöglich über die Zuverlässigkeit entschieden wird, könnte dies trotz der noch sechs ausstehenden Rennen bereits eine erste Vorentscheidung gewesen sein. In zwei Wochen setzt die Formel 1 ihre Asien-Tour in Malaysia fort.