Gewohntes Bild in Russland: Auch beim fünften Besuch im olympischen Park von Sotschi zelebrierte Mercedes einen weiteren Doppelsieg. Auf die oberste Stufe des Podiums kletterte Lewis Hamilton, auch weil Teamkollege Valtteri Bottas per Funkanweisung gezwungen wurde, den Briten vorbeizulassen. Sebastian Vettel (Ferrari) konnte mit den Silberpfeilen hingegen nur bedingt mithalten und musste sich mit dem Bronzerang begnügen.

„Es war ein sehr schwieriger Tag“, kommentierte Valtteri Bottas sehr neutral das Rennen. Damit gab er seinen Frust über eine kontrovers diskutierte Entscheidung seines Teams zum Ausdruck, ohne dabei jedoch eindeutige Kritik zu äußern. Der Grund: Trotz der Pole-Position am Samstag sowie einer eindeutigen Führung im Rennen, musste der Finne zugunsten seines Teamkollegen Lewis Hamilton in der zweiten Rennhälfte rechts heranfahren, um diesen vorbeizulassen. Entsprechend verhalten fiel der Jubel während der Siegerehrung aus. 

Seitens Mercedes wurde die Entscheidung mit einer Blasenbildung auf den Reifen Hamiltons begründet, die beim zu dichten Hinterherfahren auftreten könne. Dadurch geriet der Titelverteidiger in Bedrängnis durch Sebastian Vettel. Um ihn zu schützen, tauschte Mercedes kurzerhand die Positionen. Am Ende fragte Bottas zwar nach, ob er die Führung wiedererhalten würde. Die Anweisung seitens des Kommandostandes war allerdings klar: „Wir reden nach dem Rennen.“

Dabei fing der Tag zugunsten des Finnen an, der just vor einem Jahr in Russland seinen Premierensieg feierte. Am Start setzte er sich gegen seine beiden Kontrahenten spielerisch durch und kontrollierte das Rennen. Dahinter griff Sebastian Vettel nach Lewis Hamilton, der dank des Windschattens seines Teamkollegen jedoch den zweiten Platz zunächst verteidigen konnte.

Lediglich nach den Boxenstopps konnte der Deutsche für einen kurzen Moment an seinem Rivalen vorbeiziehen, der eine Runde nach Vettel zum Reifenwechsel hereinkam. Dieser korrigierte den Platzverlust jedoch umgehend, indem er spielerisch mit Mercedes-Power, die auf der Geraden einen Vorteil von rund 6 km/h brachte, am Ferrari-Star vorbeizog. 

Fahrer des Rennens war hingegen Geburtstagskind Max Verstappen (Red Bull), der von Position 19 startete, in den ersten Runden jedoch ein wahres Feuerwerk abfeuerte und am Ende auf dem fünften Rang ins Ziel kam. Nico Hülkenberg (Renault) verpasste auf dem zwölften Platz die Punkteränge hingegen knapp.

Mit noch fünf ausstehenden Rennen führt Lewis Hamilton (306 Punkte) die Weltmeisterschaft nun mit 50 Punkten vor Sebastian Vettel (256 Punkte) an. Aus eigener Kraft kann der gebürtige Heppenheimer somit nicht mehr in den Titelkampf eingreifen und muss stattdessen auf einen Patzer Hamiltons hoffen. Nächste Station: der Grand Prix von Japan in einer Woche.