Das Ende des Rennens wird in die Geschichte der Formel 1 eingehen. Lewis Hamilton (Mercedes) gewann den Grand Prix von Kanada vor Charles Leclerc (Ferrari) sowie Sebastian Vettel (Ferrari). Letzterer führte über lange Zeit das Rennen an, bekam nach einem Fahrfehler aber eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt.

Sebastian Vettel ist dafür bekannt, im Auto hochemotional zu reagieren. Die fragwürdige Zeitstrafe zum Ende des kanadischen Grand Prix in Montreal ließ ihn jedoch schier ausrasten. Was war geschehen? 

Im Duell mit Lewis Hamilton leistete sich der Ferrari-Pilot einen abermaligen Fehler, als er kurzzeitig die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor und übers Gras rutschte. Bei der Rückkehr auf die Strecke quetschte er sich vor Hamilton, was die Rennleitung als unsicher wertete. Das Ergebnis: Eine Fünf-Sekunden-Strafe auf das Ergebnis, wodurch Vettel auf den dritten Platz hinter seinen Teamkollegen Charles Leclerc zurückflog. 

Nicht nur Vettel selbst, sondern auch die Experten kritisierten die Entscheidung scharf. So brach der Ferrari-Bolide bei der Rückkehr auf die Strecke erneut aus, wodurch Vettel alle Hände voll zu tun hatte, um nicht in die Mauer von Kurve vier zu krachen. Eine Szene, die in nahezu allen Rennserien häufig vorkommt und in der Regel auch unbestraft bleibt.

Sebastian Vettel drückte seinen Unmut nach der Zieldurchfahrt klar aus. So plante er zunächst, die Siegerehrung zu boykottieren, wanderte gar in die Ferrari-Hospitality. Nur mit viel Überzeugungsarbeit konnten die FIA-Offiziellen ihn zur Podiumszeremonie bewegen. Auf dem Weg zum Treppchen stellte er gar die Platzierungsschilder um. Eine Aktion, die durchaus noch ein Nachspiel haben könnte. 

Die Fans feierten den gebürtigen Heppenheimer jedenfalls als den wahren Sieger. Für die Buhrufe gegenüber Hamilton fand er jedoch deutliche Worte: „Ihr solltet lieber diese lustigen Entscheidungen ausbuhen, nicht Lewis.“ 

Die fragwürdige Entscheidung zerstörte gar ein packendes Finish: Denn obwohl Vettel das Rennen von der Pole-Position aus dominierte, konnte Lewis Hamilton auf die finalen Kilometer den Rückstand noch mal schließen. Aufgrund der Strafe hielt sich der Titelverteidiger jedoch zurück, um nicht eine mögliche Kollision zu riskieren. Deutlich glücklicher dürfte Nico Hülkenberg nach dem Rennen dreingeschaut haben. Trotz eines Getriebeproblems erkämpfte sich der Renault-Pilot einen starken siebten Platz.

In der Weltmeisterschaft konnte Lewis Hamilton (162 Punkte) auf Teamkollege Valtteri Bottas (133 Punkte) sowie Sebastian Vettel (100 Punkte) weiter ausbauen. Als Nächstes auf dem Programm: der Grand Prix von Frankreich am 23. Juni 2019.