Die Fahrt hätte Niki Lauda stolz gemacht: Auf abgefahrenen Reifen zitterte sich Lewis Hamilton (Mercedes) zu seinem dritten Erfolg in den Straßen von Monaco. Sebastian Vettel (Ferrari) wurde zweiter, der weitere Silberpfeil von Valtteri Bottas dritter. Max Verstappens (Red Bull) Verfolgungsjagd blieb aufgrund einer Zeitstrafe auf dem vierten Platz unbelohnt.

Der diesjährige Monaco-Grand-Prix stand ganz im Zeichen der österreichischen Motorsport-Legende Niki Lauda, der am vergangenen Montag im Alter von 70 Jahren verstarb. Das gesamte Fahrerlager gedachte des dreifachen Formel-1-Weltmeisters, der 1976 einen Feuerunfall auf der Nürburgring-Nordschleife nur knapp überlebte und anschließend eines der beeindrucktesten Comebacks in der Sportgeschichte schrieb. 

Am emotionalsten war jedoch Lewis Hamilton, der unter anderem mit dem gleichen Helm-Design wie einst der Österreicher antrat. So war es Lauda, der den Briten 2013 von McLaren zu Mercedes lockte. „Ohne ihn wäre ich vielleicht nur ein Weltmeister und kein fünffacher Champion“, erklärte Hamilton vor dem Rennen. 

Das Rennen im monegassischen Leitplankendschungel verlief hingegen wie gewohnt. Hamilton konnte das Startduell gegen seinen Teamkollegen Bottas gewinnen, was angesichts der wenigen Überholmöglichkeiten bereits die halbe Miete war. Eine Safety-Car-Phase, ausgerechnet ausgelöst von Lokalmatador Charles Leclerc (Ferrari), der nach einer verkorksten Qualifikation von Platz 15 startete und nach einer Berührung einen die Strecke beschmutzenden Reifenschaden erlitt. Alle Piloten kamen umgehend zum Reifenwechsel herein. 

Anders als seine Konkurrenten, die allesamt die härtesten Pneus aufschnallten, bekam Hamilton einen frischen Satz der weniger standfesten mittleren Reifenmischung spendiert. Dahinter kamen sich Valtteri Bottas und Max Verstappen zu nahe, nachdem die Red-Bull-Mannschaft ihren Schützling nach einem flinken Boxenstopp unsicher wieder auf die Reise und direkt vor die Nase des Finnen schickte. Das Ergebnis: Kontakt, ein aufgeschlitzter Reifen bei Bottas und eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für den Niederländer, die auf das Rennergebnis addiert wurde. Damit war die Zielvorgabe für den neuen Zweitplatzierten jedoch klar: Hamilton überholen und einen genügenden Zeitpuffer herausholen.

Keine einfache Aufgabe in den Straßen des Fürstentums. Sein einziger Hoffnungsschimmer lag bei den Runde um Runde abbauenden Reifen des führenden Mercedes. Laut und deutlich beschwerte sich Hamilton darüber, dass er sich kaum auf der Strecke halten konnte. Dahinter baute sich groß in den Rückspiegeln Max Verstappen auf, der kurz vor Schluss die Pace erhöhte, um doch noch einen Weg an Hamilton vorbei zu finden. 

Seine einzige richtige Chance ergab sich drei Runden vor Schluss, als er es etwas übereifrig in der Hafenschikane probierte und dabei auch noch Hamilton berührte. Da der Vorsprung zu Sebastian Vettel sowie dem dahinter befindlichen Valtteri Bottas weniger als fünf Sekunden betrug, blieb seine Verfolgungsjagd am Ende allerdings unbelohnt. Stattdessen wurde der Red-Bull-Pilot auf die vierte Position zurückversetzt. Der deutsche Ferrari-Star nahm den geerbten Silberrang gerne an, gab allerdings zu, dass die Scuderia derzeit der Sternenmarke noch hinterherhechelt und an diesem Wochenende abermals chancenlos blieb. 

Nico Hülkenberg (Renault) kam auf Platz 14 ins Ziel. Mit seinem nunmehr vierten Saisonsieg konnte Lewis Hamitlon (137 Punkte) seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas (120 Punkte) weiter ausbauen. Sebastian Vettel (82 Punkte) übernahm hingegen die dritte Position von Max Verstappen (78 Punkte). Als Nächstes begibt sich der Formel-1-Zirkus auf die lange Reise ins kanadische Montreal, wo in zwei Wochen der nächste Grand Prix auf dem Programm steht.