Ein Spaziergang im Park: Nach der ersten Pole-Position für einen Ferrari-Piloten in 17 Jahren in Montreal gewann Sebastian Vettel absolut dominant den kanadischen Grand Prix vor Valtteri Bottas (Mercedes) und Max Verstappen (Red Bull). Für eine kuriose Szene sorgte ein Fehler beim Schwenken der Zielflagge.

„Dieser Ort bedeutet viel für Ferrari“, erklärte ein sichtlich glücklicher Sebastian Vettel nach dem Rennen. Direkt am Start verteidigte der Deutsche die erste Pole-Position für Ferrari in Kanada seit 17 Jahren – und schaute anschließend nicht mehr zurück. Ähnlich 2011 führte er alle Runden an. Größter Unterschied: Damals beging er auf nasser Piste einen Fehler in der allerletzte Runde, wodurch Jenson Button den Sieg erbte. Dieses Mal behielt der gebürtige Heppenheimer jedoch die Konzentration. Ins Schwitzen dürfte er sowieso nicht geraten sein, da er den Abstand zu Verfolger Valtteri Bottas stets kontrollierte. Der Silberpfeil-Pilot ließ hingegen Red-Bull-Youngster Max Verstappen hinter sich, der wegen seiner vielen Unfälle in den vorhergegangenen Rennwochenenden viel Kritik einstecken musste. 

Es war ein überraschend ruhiger kanadischer Grand Prix. Einzige Schrecksekunde: Ein Startunfall zwischen Lokalmatador Lance Stroll (Williams) und Brand Hartley (Toro Rosso), bei dem der Bolide des Neuseeländers leicht in die Luft aufstieg, sich glücklicherweise aber nicht überschlug. Beide Piloten blieben unverletzt, Hartley wurde für weitere Vorsorgeuntersuchungen jedoch in ein örtliches Krankenhaus transportiert. Monaco-Sieger Daniel Ricciardo (Red Bull) wurde Vierter. Der Australier setzte sich dank eines besseren Boxenstopps gegen Titelverteidiger Lewis Hamilton (Mercedes) durch, der das gesamte Wochenende über blass blieb.

Ebenfalls unglücklich verlief das Rennen für Fernando Alonso (McLaren), der seinen 300. Grand Prix wegen eines Defekts vorzeitig beenden musste. Der Spanier wird am kommenden Wochenende im Dienste von Toyota um den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans kämpfen. Nico Hülkenberg (Renault) beendete den Kanada-Ausflug auf einem starken siebten Rang. Kurios: Wegen eines Fehlers wurde das Rennen eine Runde vor Schluss mit der schwarz-weiß karierten Flagge abgewunken. Vettel ließ sich davon nicht beeinflussen und blieb dennoch auf dem Gas. Laut Reglement müsste somit das Ergebnis von jenem Umlauf herangezogen werden. Am Klassement sollte dies jedoch nichts mehr ändern, da es keine Verschiebungen mehr in der finalen Runde gab.

Mit seinem dritten Saisonsieg übernahm Sebastian Vettel auch wieder die Tabellenführung. 
Der Ferrari-Pilot führt die Weltmeisterschaft nun mit 121 Punkten vor Lewis Hamilton (120 Punkte), Valtteri Bottas (86 Punkte) sowie Daniel Ricciardo (84 Punkte) an. Nächste Station in zwei Wochen: Die Rückkehr des französischen Grand Prix im Formel-1-Kalender seit 2008.