Valtteri Bottas rang Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton beim Großen Preis von Aserbaidschan in Baku für seinen zweiten Saisonsieg nieder. Sebastian Vettel (Ferrari) blieb auf dem dritten Platz chancenlos. Charles Leclerc (Ferrari) musste sich nach Qualifying-Crash und einer strategischen Fehlentscheidung mit dem fünften Rang begnügen.

Revanche für 2018. So ähnlich dürften die Gedanken von Valtteri Bottas nach den 51 statischen Runden in der Hauptstadt Aserbaidschans geklungen haben. Bereits letztes Jahr legte der Finne ein blitzsauberes Rennen hin – blieb aufgrund eines Reifenschadens kurz vor Schluss jedoch unbelohnt. Statt Sekt flossen Tränen. Anders sah es dieses Mal aus. 

Nachdem er bereits in der Qualifikation seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton niederrang, behauptete er sich auch im eigentlichen Grand Prix gegen den Titelverteidiger. Als besonders wichtig erwies sich der Start, bei dem Bottas die Angriffsversuche Hamiltons gekonnt abwehrte. Anschließend blickte er nicht mehr zurück. Erst auf den finalen Kilometern tauchte der Brite wieder in den Rückspiegeln von Bottas auf, ohne allerdings einen ernstzunehmenden Angriff wagen zu können.

Absolut chancenlos: Sebastian Vettel.

Zu keinem Zeitpunkt konnte der gebürtige Heppenheimer den beiden Silberpfeilen gefährlich werden. Am Ende fehlten ihm auf dem Bronzerang ganze elf Sekunden auf die Spitze – und das, obwohl die Scuderia aufgrund der vielen langen Geraden des Stadtkurses als Favoriten ins Wochenende gingen. 

Deutlich stärker wirkte Vettels Teamkollege Charles Leclerc, der nach einem Unfall in der Qualifikation allerdings vom achten Platz ins Rennen gehen musste. Davon ließ sich der Monegasse jedoch nicht einschüchtern. Stattdessen legte er den Turbo ein – und kämpfte sich binnen weniger Runden auf die Spitzenpositionen vor. Als die beiden Mercedes-Boliden im 13. sowie 14. Umlauf zum Reifenwechsel hereinkamen, übernahm er sogar kurzzeitig die Führung. Leclerc hatte einen offensichtlichen Reifenvorteil. 

Abermals gelang Ferrari allerdings ein strategischer Fehlgriff, indem sie ihren jungen Schützling zu lange auf der härteren Medium-Mischung draußen ließen. Erst als Bottas den Vorsprung wieder einholte und gar den Ferrari auf der Strecke überholte, kam Leclerc zum Wechsel herein – und fiel auf den fünften Rang hinter Sebastian Vettel und Max Verstappen (Red Bull) zurück. Einziger Trostpreis: Der Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde, den er sich mit einem weiteren Reifenwechsel drei Runden vor Schluss erkämpfte. 

Erstmals ohne Safety Car

Überraschend: Erstmals in der jungen Geschichte der Baku-Stadtrundfahrt musste das Rennen nicht mit dem Safety Car neutralisiert werden. Lediglich das virtuelle Safety Car musste nach einem Getriebeschaden von Pierre Gasly (Red Bull) für einen Umlauf aktiviert werden. 

In der Weltmeisterschaft konnte Valtteri Bottas (87 Punkte) mit seinem zweiten Saisonsieg die Tabellenführung mit einem Pünktchen vor Lewis Hamilton (86 Punkte) übernehmen. Sebastian Vettel (52 Punkte) liegt mit 35 Zählern Rückstand bereits etwas abgeschlagen auf dem dritten Platz, vor Max Verstappen (51 Punkte) sowie Charles Leclerc (47 Punkte). Als Nächstes steht der Europa-Auftakt am 12. Mai 2019 in Spanien auf dem Programm.