Silberner Jubel in Down Under: Valtteri Bottas (Mercedes) gewann überlegen den Saisonauftakt im australischen Melbourne vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton sowie Max Verstappen (Red Bull). Sebastian Vettel (Ferrari) musste sich mit dem vierten Platz begnügen. 

„Mir fehlen Worte die Worte. Heute lief einfach alles perfekt“, kommentierte ein nahezu sprachloser Valtteri Bottas seinen vierten Karrieresieg nach der Zieldurchfahrt. Tatsächlich war die Dominanz des Finnen, der vergangene Saison triumphlos blieb, eine kleine Überraschung, da dieser das gesamte Feld absolut deklassierte. Bereits am Start schnappte er sich Polesetter sowie Silberpfeil-Kollege Lewis Hamilton – und blickte nicht mehr zurück. 

Runde um Runde erhöhte er seinen Vorsprung, ohne der Konkurrenz auch nur den Hauch einer Chance zu geben. Einzig eine Safety-Car-Phase hätte ihm einen Strich durch die Rechnung machen können – doch die blieb in einem relativ überschaubaren Rennen jedoch aus. Am Ende betrug der Abstand zu Titelverteidiger Lewis Hamilton rund 20 Sekunden. Noch während des Rennens wunderte sich der Brite über den Geschwindigkeitsunterschied.
 
Dabei waren die beiden Mercedes-Piloten mit unterschiedlichen Strategien unterwegs. So musste Lewis Hamilton auf den sogenannten Undercut-Versuch von Sebastian Vettel reagieren, der in der 14. Runde als erster der Topfahrer zum Reifenwechsel in die Box kam. Einen Umlauf später tat es ihm Hamilton gleich, um so den Silberrang zu verteidigen. Als der führende Valtteri Bottas in der 23. Runde ebenfalls zum Gummiwechsel hereinkam, war er dem Feld bereits entflohen.

Lewis Hamilton sowie Sebastian Vettel mussten sich hingegen nach hinten orientieren, da der im 25. Umlauf gestoppte Max Verstappen den Vorteil der frischeren Pirelli-Pneus eiskalt ausnutzte, um den Rückstand zu verringern. Wenige Kilometer später gelang ihm letztlich das entscheidende Überholmanöver gegen Sebastian Vettel, der anschließend chancenlos abreißen lassen musste. 

Kurz vor Rennende holte gar sein neuer Teamkollege, Charles Leclerc, auf den Deutschen auf, wurde von den Ferrari-Bossen aber prompt zurückgepfiffen. Beim Kampf um Platz zwei erlaubte sich Max Verstappen einen kleinen Fehler, wodurch Lewis Hamilton kurzzeitig durchatmen konnte. Zwar gelang es dem Niederländer, den Rückstand in den finalen Runden nochmals zu verkürzen. Am Ende mussten er sowie Red Bulls neuer Motorenpartner Honda sich mit dem Bronzerang begnügen. 

Während Silber jubelte, herrschte bei Ferrari betrübte Stimmung. Nach den Testfahrten galt die Scuderia als der große Favorit. Die exzellenten Rundenzeiten der Winter-Probefahrten konnte man jedoch nicht in zumindest ein Podiumsresultat in Australien umwandeln. Etwas glücklicher dürfte dafür Nico Hülkenberg (Renault) gewesen sein, der mit dem sechsten Platz wertvolle Punkte sammelte. 

Pech hatte hingegen sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo. Der Red-Bull-Abgänger schied bei seinem Heimspiel nach einem kaputten Frontflügel am Start vorzeitig aus. Ebenfalls weniger erfreulich verlief auch das Comeback von Robert Kubica, dessen Formel-1-Karriere nach seinem Rallye-Unfall im Jahr 2011 als beendet galt. Mit einem sichtlich leistungsschwachen Williams-Boliden kam er abgeschlagen auf dem 17. Platz ins Ziel – eine Runde hinter Rookie-Teamkollege George Russel.

Nach seinem dominanten Erfolg führt Valtteri Bottas die Weltmeisterschaft mit 26 Punkten an. Dabei sicherte er sich auch den Bonuszähler für die schnellste Rennrunde – eine neue Regel in diesem Jahr. Dahinter befinden sich Lewis Hamilton (18 Punkte), Max Verstappen (15 Punkte) sowie Sebastian Vettel (12 Punkte). Das nächste Formel-1-Rennen findet in zwei Wochen in der Wüste von Bahrain statt.