Es kommt nicht oft vor, dass man ein Musikvideo findet, in dem ein japanischer Herr in Lederhosen vor sich hin jodelt – und noch dazu im Dialekt etwas von „Bibi Hendln“ singt. Genau das ist der Titel des Songs von Takeo Ishhii: 'Bibi Hendl' – und das nicht ohne Grund, spielen fidele Hühner und seltsamer „Chicken Dance“ doch eine tragende Rolle. Wenn man sich im Netz umschaut, stellt man fest, dass der jodelnde Japaner es übrigens4 keineswegs bei einem Video belassen hat. Doch schaut euch den Clip an und entscheidet, ob „Bibi Hendl“ etwas für eure Ohren ist …

Ja, ja, wir wissen es: Die Uhren laufen im Land der aufgehenden Sonne anders, Schlüpferautomaten … Sumo … bla … und so weiter. Wir alle kennen die (teils arg abgenudelten) Klischees, die man sich über Japan und seine Bewohner so herablassend erzählt.

Wobei jedem davon naturgemäß mehr als nur ein Körnchen Wahrheit innewohnen kann – aber so ist das eben mit fremden Kulturen, das muss man respektieren und gut. Außerdem muss man in diesem besonderen Fall entgegenhalten: Denn Takeo Ishii, von der Volksmusik-Industrie mal eben in Takeo Ischi umgetauscht (warum auch immer) ist nicht einfach nur ein weiteres Kuriosum aus Japan.

Er liebt – und lebt – diese Musikrichtung, seit er ein Kind ist. Der heute 70-Jährige stammt aus Tokyo. Dort studierte er Maschinenbau und brachte sich in seiner Freizeit nicht nur die klassischen Instrumente Zither und Hackbrett bei, sondern auch das Jodeln.

ndem er sich das Ganze von Platten des Jodlers Franzl Lang abhörte. Ein Autodidakt reinsten Wassers, der es zu einer Karriere in der Volksmusik brachte. So hat er nicht nur zwei Alben herausgebracht, sondern war der erste (!) Volksmusiker überhaupt mit Musikvideo.

Das mag nichts daran ändern, dass Takeo Ishi in seinem Lederhosen-Outfit etwas kurios auf deutsche Augen und Ohren wirken mag – erklärt aber den beachtlichen Werdegang, der den Japano-Jodler auch bis zu Stefan Raab brachte. Ishii lebt übrigens immer noch in Deutschland.