Der Wandel der Zeiten, das Aufkommen des Internets und neuer Technologien brachte uns nicht nur seltsame Spammails in Sachen Penis- und Gesäßvergrößerung, sondern auch viele Vorteile. Leider blieb dabei so manches Phänomen der Gesellschaft auf der Strecke, weil es durch das Netz beinahe komplett überflüssig wurde. Sender für Musikvideos zum Beispiel. Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten die Clips ein komplettes Musikfernsehen füllen und Bands und Interpreten wurden danach bewertet, wer das geilste Video hatte. Heute ist das vorbei. Denn heute sind Musikclips in der Regel vergleichsweise billige Filmchen auf YouTube.

Die werden gerne von Metal- und Rockbands sowie Hip-Hop-Acts gedreht und in vielen – aber längst nicht allen – Fällen sieht man den Clips ihr begrenztes Budget an. Die Konzepte ähneln sich dabei oft: Die Rocker stehen in der Regel in irgendwelchen alten Ballsälen oder Industriegebieten und schrammeln auf ihren Instrumenten, die Rap-Fraktion lichtet Sportwagen ab, wedelt mit Schampusflaschen und lässt leichtbekleidete Twerkerinnen durchs Bild stöckeln.

Wie gering die Budgets aber mittlerweile geworden sind, das war uns auch noch nicht in dem Maße bewusst. Dieses Enthüllungsvideo, das bei den Dreharbeiten eines Musik-Clips entstand, liefert (unterhaltsame) Aufklärung. Darin wird uns gezeigt, dass nichts in der Glamourwelt des Musikbiz echt ist – wenn es nicht einmal dazu reicht, einen Wagen zu mieten, muss es schlimm um die Budgets stehen. Und ja, wir wissen selbstverständlich , dass es sich dabei um einen Sketch handelt. Tut der Sache keinen Abbruch, im Gegenteil.