Letzten Donnerstag, am 29. Mai, fiel der Startschuss für das gigantische Musik-Rodeo im Herzen des Ruhrgebiets. Während der dreitägigen Veranstaltung des größten Punkfestivals Deutschlands pilgerten insgesamt 8500 Fans von Punk, Rock und Alternative nach Hünxe. 6500 Tickets wurden dabei im Vorverkauf abgesetzt und rund 2000 weitere Punkfans folgten spontan dem Ruf des Ruhrpott Rodeos.

Das Freigelände am Flugplatz Schwarze Heide entpuppe sich derweil wie erwartet als perfekte Location. Obwohl ... nicht ganz, denn durch den Dauerregen der Vortage mutierte der Boden vor allem am ersten Festivaltag zu einem Schlammmonster sondergleichen, das sogar die Autos am Parkplatz verschlang. Aber hey, ist ja Punkrock, also lassen wir das mal unter den Tisch fallen. Der guten Stimmung tat dies natürlich keinen Abbruch, die nicht nur bei den Hauptacts wie Pennywise, Bad Religion, Turbonegro oder der frisch wiedervereinigten Terrorgruppe immer wieder richtig aufbrodelte. Insgesamt war die Mischung eine überaus passende, wenn Altstars auf aktuelle Szenebrenner und Newcomer trafen.

Eines der absoluten Highlights waren unbestritten die Jungs von der Terrorgruppe am Freitagabend als Einheizer für Bad Religion. Ihnen merkte man zu keiner Zeit die neunjährige Pause an bei ihrer Mission ‚Abriss deluxe’. Mit sichtlichem Spaß und Spielfreude rockten MC Motherfucker und seine Truppe das anwesende Punkvolk, als gäbe es kein Morgen. Eine unglaubliche Mischung aus Nostalgie und purer Energie zischte durch das Rund, bei der man sich fragen musste, wer hier nun der eigentliche Headliner des Abends war.

Ähnliches gilt für die Abschlussshow am Samstagabend für die Altherren von Cock Sparrer, die trotz gereiften Alters einen gebührenden Schlussstrich unter das Festival zu ziehen wussten. Ein weiteres Highlight vermochten Pennywise bereits am Donnerstag zu setzen, als sie den matschigen ersten Festivaltag mit alten Gassenhauern zur Explosion brachten. Wie bei ihrer Hymne „Bro Hymn“ Bengalos im Publikum gezündet wurden und alle mitsangen, hatte definitiv eine Gänsehautgarantie.

Aber auch Turbonegro, Millencolin, Knochenfabrik, Dritte Wahl, Götz Widmann, und das  illustre Punkrock-Girls-Quartett „Diva Kollektiv“ ließen die Punkerbeine zappeln wie eigentlich alle Acts. Eine besondere Show feierte hingegen der sympathische Chuck Ragan. Der Ex-Frontmann von Hot Water Music brachte nämlich mit seiner neuen Band einen Mix aus Folk- und Country-Rock aufs Festival. Genau dieser für das Festival-Timbre ungewöhnliche Stil kam beim Punkpublikum überaus gut an. Ebenfalls genrefremd unterwegs waren Irie Révoltés mit ihrem Ska-Reggae-Dancehall, die aber ebenso gut die Massen in Bewegung brachten.

Das Ruhrpott Rodeo kann auf ein erfolgreiches Wochenende zurückblicken – mit vielen tollen Acts, einer feurigen Stimmung und wunderbarerer Punkatmosphäre. Davon gerne mehr im nächsten Jahr, wenn es heißt: Ruhrpott Rodeo 2015!