Zehn Jahre ist es her, dass Rammstein „Liebe ist für alle da“ auf den Markt brachten – jetzt meldet sich die Instanz mit einem Paukenschlag zurück: „Deutschland“ heißt die Single, die als Vorbote des kommenden Albums vor wenigen Stunden veröffentlicht wurde. Ein musikalischer Dampfhammer, der durch ein Video mit rammstein-typischen Trademarks bereits für kontroverse Diskussionen sorgt.

Neben dem Song, der wohl die Zerrissenheit vieler Bürger zwischen der Liebe zum eigenen Land auf der einen und den dunklen Schatten der deutschen Historie auf der anderen zum Thema zu haben scheint, ist es natürlich das Video, das momentan für Furore sorgt: Extrem hochkarätig produziert und dynamisch geschnitten, geizt es nicht mit Provokation. Es zeigt die Band und eine von einer schwarzen Schauspielerin verkörperte Germania.

KZ-Szene entflammt die Gemüter

In satten neun Minuten werden uns Eckpfeiler der deutschen Geschichte präsentiert, von der Varusschlacht über Karl den Großen und den SED-Staat ist so gut wie alles vorhanden – auch eine Szene, in der Rammstein als jüdische KZ-Insassen am Galgen landen und gleichsam als SS-Leute per Kopfschuss hingerichtet werden. Eine Provokation mit Kalkül? Sie hat jedenfalls bereits den Zentralrat der Juden und viele Kritiker auf den Plan gerufen.

Die eine Seite feiert das Video als Kunst und beruft sich auf der Freiheit im Ausdruck, die andere sieht darin schamlose Werbung und Ausschlachtung. Über sechs Millionen Klicks hat das Video nach nur 18 Stunden schon auf YouTube erzielt. „Deutschland“ ist die erste Auskopplung eines noch namenlosen Albums mit 11 Titeln, das in diesem Jahr erscheinen soll. Die kommende Tour war binnen kürzester Zeit ausverkauft.