Eine der angesagtesten Metal-Kapellen aus Deutschland kommt mit ihrem mittlerweile siebten Studio empor erklommen. Die Rede ist natürlich von den Düster-Priestern aus Saarbrücken – Powerwolf. Mit ihrem neuer Dreher „The Sacrament of Sin“ übertrumpfen sie, so viel sei vorweggenommen, alles bisher Dagewesene. Das mag man kaum glauben, nach all ihren Erfolgsalben wie zum Beispiel dem glorreichen „Blood of the Saints“ aus dem Jahre 2011. Doch die elf jungfräulichen Gebote des Quintetts präsentieren sich so abwechslungsreich wie noch nie. Außerdem haben Powerwolf noch mal an ihren Kompositionen gewerkelt und das Ganze beeindruckend arrangiert.

Ja, Platte Nummer sieben ist in ihrer Gesamtheit sicher ihr bestes Album. Auf den ersten Blick scheint dabei alles beim Alten zu sein – ihr Look, Kirche, Kreuze, sakrale Sounds und auch der Wolf ist wieder am Start. Doch musikalisch erklingt die Band mit einer Intensität und Dynamik, wie man sie noch nicht gehört hat. Es ist ein kraftvolles Werk, das die Trademarks der Kombo lebt und doch so erfrischend kreativ rüberkommt. Hier eine Uptempo-Nummer, da geht es im Midtempo weiter und auch eine Ballade schmiegt sich ins Ohr. Egal, mit welcher musikalischen Gewalt sie musizieren, alle elf Tracks sind gottgeweihte Metal-Hymnen mit Hitpotenzial.

Da braucht sich auch wirklich kein Lied vor ihren bis dato größten Hits verstecken, weil sie da allesamt locker mithalten können – wie gesagt, jeder einzelne Song von „The Sacrament of Sin“! Einen großen Anteil an dieser vielseitigen Metal-Wucht hat sicherlich auch Produzent Jens Bogren, der bereits erfolgreich für „Amon Amarth“ oder „Arch Enemy“ arbeitete. Das sie sich nicht immer all zu ernst nehmen, blitzt dann auch noch durch wie beim Song „Stossgebet“. Insgesamt ist dieser Dreher eine mitreißende Metal-Messe, so ganz ohne Halleluja und Amen. Dafür erklingen hochmelodische, supereingängige Refrains, feurige Riffs und Mönchs-Chöre.

Als Anspieltipps wollen wir euch ganz besonders Tracks wie „Fire & forgive“, „Demons are a Girl‘s best Friend“, „Killers with the Cross“, „Fist by Fist“ oder „Venom of Venus“ ans Herz legen. Nun aber genug der Worte – sündigt, werte Metal-Fans! Holt euch die Hohepriester nach Hause und genießt die Düstermesse – ihr werdet es nicht bereuen. „The Sacrament of Sin“ ist definitiv ein ernstzunehmender Kandidat für die oberen Ränge der besten Metal-Alben des Jahres!

Powerwolf „The Sacrament of Sin“ (Napalm Records/Universal Music) - VÖ: 20.07.2018
Tracklist:
01. Fire & Forgive // 02. Demons Are A Girl‘s Best Friend // 03. Killers With The Cross // 04. Incense And Iron // 05. Where The Wild Wolves Have Gone // 06. Stossgebet // 07. Nightside Of Siberia // 08. The Sacrament Of Sin // 09. Venom Of Venus //10. Nighttime Rebel // 11. Fist By Fist (Sacralize Or Strike)