Die Thüringer Metalcore-Giganten Heaven Shall Burn sind mit einem neuen Studioalbum unterwegs. Mit ‘Wanderer’ lassen sie es mit HSB-typischen Trademarks grandios scheppern. Diese Truppe zeigt von Platte zu Platte einfach ihr extrem hohes Niveau, das sich mittlerweile in einem genialen Mix aus Death und Trash Metal sowie ihrer Metalcore-Basis festgesetzt hat.

Und so wird man auch auf ‘Wanderer’ einmal mehr vom biestigen Sound aufgefressen. Die Tracks strotzen nur so vor Dynamik und Durchschlagskraft mit teils epischen Zügen, Härte und dennoch durchweg melodischer Schönheit. Insgesamt ist das rasende Riffing brillant, die Drums kompromisslos, Hooklines sowie Grooves mörderisch und der starke Gesang wutschnaubend.

Also so, wie man es als Fan dieser Abrissbirnen liebt – und doch gibt es immer wieder frische Tracks zu hören. Es ist also trotz der HSB-Trademarks nicht so, dass Langeweile aufkommen würde. Dafür gehen die Jungs einfach viel zu kreativ zu Werke, wenn sie ihre brutalen Wutbrocken anrichten. Es gibt nur wenige Bands im Genre, die derart gekonnt Härte mit eingängigen Gitarrenmelodien sowie ruhigeren Parts perfekt aufeinander abstimmen können.

Zwar toppen die Jungs ihren epischen Vorgänger ‘Veto’ nicht. Doch am Ende des Tages braucht sich dieser Dreher auch vor niemandem zu verstecken, wenn Tracks wie ‘Bring The Ware Home’, ‘They Shall Not Pass’, ‘Save Me’ oder ‘Extermination Order’ euer Wohnzimmer zum Beben bringen. Mitsamt der sozial- wie politkritischen Lyrics besitzt diese Platte wieder einiges an Tiefgang. Somit ist auch dieses Werk eine Fusion von melodischem Metalcore und Death Metal in Perfektion, die das Genre erneut dominieren wird!

Heaven Shall Burn ‚Wanderer’
(Century Media/Sony) - VÖ: 16.09.2016
Tracklist: 01. The Loss Of Fury // 02. Bring The War Home // 03. Passage Of The Crane // 04. They Shall Not Pass // 05. Downshifter // 06. Prey To God  // 07. My Heart Is My Compass // 08. Save Me // 09. Corium // 10. Extermination Order // 11. A River Of Crimson // 12. The Cry Of Mankind


Eine der wohl ehrlichsten Punkrock-Formationen im aktuell agierenden Musiksektor hat einen neuen Dreher am Start. Against Me! um Frontfrau Laura Jane Grace zeigen auf ‘Shape shift with me’, wie ungebügelter rockiger Punk mit Ecken und Kanten auszusehen hat. Sicherlich war die Formation schon immer für ihre Authentizität bekannt und geliebt, aber ihre Erfolgsalben wie ‘New Wave’ oder ‘White Crosses’ hatten da einige echte Mainstream-Hits im geladenen Revolver.

Auch das erste, sehr persönliche, Album nach dem Transgender-Coming-Out von Sängerin Laura, ‘Transgender Dysphoria Blues’, hatte einige dieser Hits in petto. Doch mit ‘Shape shift with me’ geht man da wieder einen Schritt von weg und legt mit erdigen, ruppigen Tracks los, dass jedem Punkrocker das Herz aufgehen sollte. Es bleibt faszinierend, wie Laura Jane Grace einfach auf Erwartungen aller einen Haufen setzt und ihr Ding durchzieht.

Genau diese Ehrlichkeit spürt man in all ihren Songs und vor allem Texten, die allesamt Erlebnisse Lauras beschreiben. Auch der 80er-Touch gefällt und ganz besonders die charismatische Stimme von Laura. Barsch aber catchy präsentieren sich zum Beispiel der Track ‘333’ sowie das erquickende ‘Boyfriend’. Richtig ab geht es auch mit Tracks wie ‘Rebecca’, ‘Dead Rats’, ‘Crash’ sowie dem zickigen ‘Norse truth’.

Ja, Against Me! melden sich wirklich mit einem Paukenschlag zurück. Fans alter Platten müssen eventuell erst mit dem neuen Material warm werden. Aber letztendlich gibt es hier einen saustarken, intensiven Ritt mit viel Punk, Rock und beeindruckender Authentizität. Rock on!

Against Me! ‘Shape shift With Me’
(Xtra Mile Recordings/Indigo) - VÖ: 16.09.2016
Tracklist: 01. Provision L-3 // 02. 12:03 // 03. Boyfriend // 04. Crash // 05. Delicate.Petite & Other Things I'll Never Be // 06. 333 // 07. Haunting.Haunted.Haunts // 08. Dead Rats // 09. Rebecca // 10. Norse Truth // 11. Suicide Bomber // 12. All This(And More)